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  2. <html>
  3. <head>
  4. <meta name="author-name-1" content="Georg C.F. Greve"/>
  5. <meta name="author-link-1" content="/about/greve/greve.html"/>
  6. <meta name="publication-date" content="2007-09-28"/>
  7. <title>FSFE - WIPO im Fokus - Kommentar zu den Konferenzen der WIPO-Mitgliedstaaten, 28. September 2007</title>
  8. </head>
  9. <body>
  10. <p align="center">
  11. [ <a href="statement-20070928.pdf">PDF Version (44k) (Englisch)</a> ]
  12. </p>
  13. <p id="category">
  14. <a href="/projects/un/">United Nations</a> / <a href="/projects/wipo/">WIPO</a>
  15. </p>
  16. <h1>Intervention der Free Software Foundation Europe (FSFE)</h1>
  17. <h4>Konferenzen der WIPO-Mitgliedstaaten 43. Generalversammlung, Genf, 24. September - 3. Oktober 2007</h4>
  18. <!--<p id="introduction"> Summary: </p>-->
  19. <p>Die FSFE möchte einige Kommentare zu verschiedenen Tagesordnungspunkten der
  20. diesjährigen Generalversammlung äußern. Aus Zeitgründen und auf Vorschlag des
  21. Vorsitzenden legen wir diese Kommentare hiermit schriftlich zur Kenntnisnahme
  22. vor.</p>
  23. <h3>Ansichten zu Beschaffungsentscheidungen der WIPO</h3>
  24. <p>In Bezug auf die Fragen der technischen Anforderungen und Systeme, die in
  25. einigen Tagesordnungspunkten diskutiert werden, schlägt die FSFE vor, dass die
  26. WIPO weiter an den bewährten Prinzipien Herstellerunabhängigkeit,
  27. Interoperabilität und Offene Standards bei all ihren Beschaffungen festhält. Als
  28. Referenzen auf diesem Gebiet dienen das European Interoperability Framework
  29. (EIF) der IDABC der Europäischen Kommission sowie die Arbeit, die auf diesem
  30. Feld von anderen Mitgliedstaaten geleistet wurde.</p>
  31. <p>Die Erfahrung zeigt, dass Kosten wegen fehlender Interoperabilität leicht
  32. bis zu 40% des Budgets für Informationstechnologie ausmachen können, und dass
  33. sie die Kosten für alle Computernutzer, auch öffentliche Körperschaften, in die
  34. Höhe treibt. Diese fehlende Interoperabilität ist ein häufiges Ergebnis von
  35. herstellerspezifischen Beschaffungen ohne Offene Standards.</p>
  36. <p>Interoperabilität und Offene Standards spielen auch eine wichtige Rolle, wenn
  37. es darum geht Daten und Informationen langfristig zu speichern und
  38. fortwährenden Zugriff auf sie zu ermöglichen. Die FSFE ist der Ansicht, dass
  39. die Konzeption der WIPO als eine zwischenstaatliche Organisation mit
  40. verschiedenen Interessenvertretern unvereinbar ist mit der Abhängigkeit von
  41. den Produkten eines Herstellers, um auf ihre Daten zuzugreifen oder mit ihren
  42. Mitgliedstaaten zu kommunizieren.</p>
  43. <p>Deshalb schlägt die FSFE vor, dass die Versammlungen der Mitgliedstaaten
  44. klare Richtlinien für das Management der WIPO aufstellt, damit die
  45. Herstellerunabhängigkeit, Interoperabilität und Offene Standards in allen
  46. Beschaffungsentscheidungen gewährleistet bleiben.</p>
  47. <h3>Zu einer Entwicklungsagenda der WIPO</h3>
  48. <p>Die FSFE gratuliert den WIPO-Mitgliedstaaten zu ihrer Übereinkunft, zusammen
  49. einige konkrete Punkte auszuarbeiten, um eine Entwicklungsagenda der WIPO zu
  50. begründen. Wir haben diesen Prozess die letzten Jahre über verfolgt und werden
  51. auch weiter unseren Beitrag dazu leisten, dass diese Diskussionen und ihre
  52. Umsetzung zu einem erfolgreichen Ende kommen.</p>
  53. <p>Was unsere Anmerkungen zur Interoperabilität, Offene Standards und der
  54. Herstellerunabhängigkeit betrifft, so glauben wir, dass diese Angelegenheiten
  55. auch ein Bestandteil der Diskussionen zur Entwicklungsagenda sein sollten,
  56. besonders im Cluster A, einschließlich der Punkte 7, 10 und 11.</p>
  57. <p>Im Cluster B, unter Punkt 22 und 23, möchte die FSFE die Rolle betonen, die
  58. Freie Software bei der Schaffung und Aufrechterhaltung eines offenen,
  59. konkurrenzbetonten und innovativen Technologiesektors spielt. Freie Software
  60. ist oft die einzige verbliebene Konkurrenz auf Märkten, die von Monopolen
  61. beherrscht werden, und die beste Möglichkeit, wieder eine Wettbewerbssituation
  62. herzustellen.</p>
  63. <p>Als Referenzen möchten wir auf Untersuchungen verweisen, die die
  64. Europäische Kommission seit 1998 auf diesem Gebiet durchgeführt hat und auf die
  65. kürzlich getroffene Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs in erster
  66. Instanz. Diese Entscheidung betraf zwei Marktsegmente, eines davon war das
  67. "Work Group Server" Segment. Dieser Markt ist von einem Monopol beherrscht, das
  68. durch Behinderung von Interoperabilität geschaffen wurde. Freie Software ist
  69. der einzige verbliebene Konkurrent und ist im Moment die Grundlage für
  70. Konkurrenzprodukte von vier großen Herstellern.</p>
  71. <p>In Bezug auf Cluster C möchte die FSFE unterstreichen, wie wichtig es ist
  72. die Rolle der Freien Software im Technologietransfer und bei der Bildung von
  73. Kapazitäten zu diskutieren, wie auf dem Weltgipfel zur Informationsgesellschaft
  74. (WSIS) in Genf vereinbart, in Bezug auf Punkt 24. Im Aktionsplan des WSIS heißt
  75. es unter Sektion C3, 10, Punkt e:</p>
  76. <blockquote>
  77. <em>"Die Forschung unterstützen und allen Interessenvertretern
  78. bewusst machen, welche Möglichkeiten die verschieden Softwaremodelle bieten,
  79. die Methoden zeigen, wie Software entwickelt wird, einschließlich proprietärer
  80. Software, Open Source und Freier Software, und damit den Wettbewerb fördern,
  81. eine freie Wahl und erschwingliche Preise gewährleisten, sowie allen
  82. Interessenvertretern die Möglichkeit geben, selbst zu entscheiden, welche
  83. Lösung am besten ihren Anforderungen entspricht."</em>
  84. </blockquote>
  85. <p>Die FSFE hält es für unbedingt notwendig, dass den baldigen Diskussionen zur
  86. Entwicklungsagenda in der WIPO ausreichend Ressourcen zugebilligt werden, damit
  87. diese Arbeit in absehbarer Zeit mit konkreten Ergebnissen abgeschlossen werden
  88. kann. </p>
  89. <h3>Zu den künftigen Aufgaben des ständigen Ausschusses zu Urheberrecht und
  90. verwandte Rechte (SCCR) und des ständigen Ausschusses zum Patenrecht (SCP)
  91. </h3>
  92. <p>Bezüglich Tagesordnungspunkt 17, die zukünftigen Projekte des SCCR, möchte
  93. die FSFE ihre Unterstützung für das im September 2006 unterzeichnete "Joint
  94. Statement of Certain Civil Society, Industry and Rightholders Representatives
  95. Regarding the Draft Basic Proposal for SCCR 15" noch einmal betonen.</p>
  96. <p>Was die große Menge von dringenden Problemen beim Urheberrecht und
  97. verwandten Rechten betrifft, einschließlich dem möglichen Abkommen zum offenen
  98. Zugang zu Wissen, der Diskussion über Begrenzungen und Ausnahmen und
  99. alternative, auf dem Urheberrecht basierende, Systeme wie z. B. Creative
  100. Commons oder Freie Software, die Kreativität stärker fördern, so ist die FSFE
  101. der Ansicht, dass diese Punkte Vorrang haben sollten vor Dingen, über die in
  102. den nächsten Jahren wohl keine Einigung erzielt werden kann.</p>
  103. <p>Außerdem vertritt die FSFE bezüglich Tagesordnungspunkt 19 die Auffassung,
  104. dass der SCP die Auswirkungen des Patentrechts auf IT Standards analysieren
  105. sollte, einschließlich möglicher Kartellprobleme, was nach unserer Erfahrung
  106. wichtig ist und zum Gesamtbild gehört. </p>
  107. </body>
  108. <timestamp>$Date$ $Author$</timestamp>
  109. <translator>Anita Berkmiller</translator>
  110. </html>
  111. <!--
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  113. mode: xml ***
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