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  2. <html>
  3. <head>
  4. <meta name="author-name-1" content="Matthias Kirschner" />
  5. <meta name="author-link-1" content="/about/kirschner/kirschner.html" />
  6. <meta name="publication-date" content="2010-04-23" />
  7. <title>Free Software</title>
  8. </head>
  9. <body id="article">
  10. <p id="category">
  11. <a href="/freesoftware/freesoftware.html">Freie Software</a>
  12. </p>
  13. <h1>Demokratie braucht Freie Software</h1>
  14. <p>Unsere Gesellschaft wurde schon immer von bestimmten Techniken geprägt.
  15. Lesen, Schreiben, Rechnen sowie Ackerbau, Buchdruck und Rundfunk haben die Art
  16. verändert, auf die wir unsere Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst betreiben. Die
  17. wichtigste Kulturtechnik des 21. Jahrhunderts ist Software. Die Free Software
  18. Foundation Europe (FSFE) setzt sich dafür ein, dass die Menschen in unserer
  19. Gesellschaft diese Kulturtechnik selbstbestimmt gestalten können.</p>
  20. <p>Software ist heute aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Für die meisten
  21. von uns vergeht kein Tag, ohne dass wir Software benutzen. Vielen Menschen
  22. kennen Software vom Computer am Arbeitsplatz, vom Laptop oder vom Mobiltelefon.
  23. Doch sie ist auch dort, wo viele Menschen sie nicht vermuten: In Zügen, Autos,
  24. Fernsehapparaten, Waschmaschinen, Kühlschränken und vielem mehr. Ohne Software
  25. wären viele dieser Geräte wertlos. Ohne Software könnten wir keine E-Mails
  26. schreiben, keine Telefonate erledigen und nicht in der Weise einkaufen oder
  27. reisen, in der wir es heute tun. Software ist das zentrale Werkzeug unserer
  28. Gesellschaft.</p>
  29. <p>Wenn wir andere über unsere Werkzeuge bestimmen lassen, können sie Macht
  30. über uns ausüben. Wer über eine Suchmaschine bestimmt, entscheidet was wir
  31. finden. Wer die Kontrolle über unsere E-Mails hat, kann uns zensieren. Allein
  32. über einen Kommunikationsdienst bestimmen zu können, bedeutet Macht darüber zu
  33. haben, wer sich mit wem über was austauschen kann. Wer über die Funktionsweise
  34. der Software in einem Unternehmen entscheidet, kann Arbeitsprozesse
  35. beeinflussen oder behindern.</p>
  36. <p>In modernen Demokratien ist Macht verteilt. Wir verteilen legislative,
  37. exekutive und judikative Aufgaben zwischen unterschiedlichen Institutionen. Wir
  38. verteilen Zuständigkeiten zwischen verschiedenen Ebenen wie Bund, Ländern und
  39. Kommunen. Mit der Pressefreiheit wirken wir einem Informations-Monopol
  40. entgegen, in dem zu viel Macht in zu wenigen Hände konzentriert wäre. Das Ziel
  41. ist stets, Macht so auszubalancieren, dass wir selbst unser größter Widersacher
  42. jedes Amt innerhalb des demokratischen Systems geben würden.</p>
  43. <p>Wird Software als zentrales Werkzeug unserer Gesellschaft nur von einigen
  44. wenigen kontrolliert, ist dies eine Bedrohung für unsere Demokratie. Von
  45. Software hängt nicht nur unsere Kommunikation ab, sondern auch ein großer Teil
  46. unserer Infrastruktur. Die FSFE arbeitet dafür, dass die Benutzer mündig werden
  47. und die Kontrolle über die Software in den Händen aller liegt. Die Gesellschaft
  48. darf sich nicht von anderen abhängig machen, wenn es um die Gestaltung ihres
  49. zentralen Werkzeugs geht.</p>
  50. <p>Unsere Gesellschaft muss allen die Möglichkeit geben, dieses zentrale
  51. Werkzeug selbst zu formen. Dafür benötigen wir die Freiheiten die Software für
  52. jeden Zweck zu verwenden, ihre Funktionsweise zu verstehen, sie weiter zu
  53. verbreiten und sie zu verändern.</p>
  54. <ul>
  55. <li><strong>Verwenden</strong>: Die Freiheit, die Software für jeden Zweck zu
  56. verwenden, verhindert Diskriminierung und ermöglicht allen Menschen eine
  57. Teilhabe an der Gesellschaft.</li>
  58. <li><strong>Verstehen</strong>: Unsere Gesellschaft muss die Freiheit haben,
  59. die Funktionsweise ihres wichtigsten Werkzeugs zu verstehen.</li>
  60. <li><strong>Verbreiten</strong>: Die Freiheit, die Software weiter zu
  61. verbreiten, stellt sicher, dass wir unsere Werkzeuge miteinander teilen und
  62. uns gegenseitig helfen können.</li>
  63. <li><strong>Verbessern</strong>: Schließlich muss eine Gesellschaft die
  64. Möglichkeit haben, ihre Werkzeuge selbst zu veränderen oder von anderen
  65. verändern zu lassen, um sie weiter zu entwickeln und an individuelle
  66. Bedürfnisse anzupassen.</li>
  67. </ul>
  68. <p>Software, die ihren Benutzerinnen diese vier Freiheiten gibt, ist Freie
  69. Software.</p>
  70. <p>Eine demokratische Gesellschaft braucht starke Stützen. Eine davon ist Freie
  71. Software.</p>
  72. </body>
  73. <timestamp>$Date: 2010-04-23 15:56:18 +0100 (Mon, 23 May 2010) $ $Author: Matthias Kirschner$</timestamp>
  74. </html>