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<title>Freie Software und Werkzeuge</title>
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</head>
<body>
<h1>Freiheit!</h1>
<h2>Was Freie Software und Werkzeuge gemeinsam haben</h2>
<div id="introduction">
<div class="image">
<img alt="Stars" src="/graphics/stars-smaller.png" />
</div>
<h2>Ein Vergleich</h2>
<p>Freie Software gibt uns grundlegende Freiheiten, die uns andere Software
verwehrt. Die meisten haben sich an solche schwerwiegenden Einschränkungen
gewöhnt. Deswegen macht erst ein Vergleich deutlich, wie sehr uns der Einsatz
unfreier Software behindert.</p>
<p>Freie Software darf wie Werkzeug benutzt werden. Lassen Sie uns ausmalen,
welch absurde Folgen es hätte, wenn zum Beispiel Schraubenzieher nur noch so
beschränkt wie unfreie Software benutzt werden dürften:</p>
</div>
<ol>
<!--1--><li>Schraubenzieher wären nicht mehr standardisiert und würden
nur noch zu Schrauben derselben Firma passen.</li>
<!--2--><li>SchraubenzieherLizenzen würden nur das Öffnen von Schrauben
erlauben. Zum Festschrauben müssten wir teurere Schraubenzieher dieser
Firma kaufen.</li>
<!--3--><li>Nur ein Unternehmen dürfte Schraubenzieher bauen, weil diese
Idee patentiert wäre. Erst in einem teuren Prozess könnte vielleicht das
allgemeine Recht erstritten werden, Schrauben zum Beispiel auch mit Zangen
zu benutzen.</li>
<!--4--><li>Wir dürften gekaufte Schraubenzieher nicht an unsere Bedürfnisse
anpassen. Es wäre zum Beispiel verboten, ein texturiertes Klebeband um den
Griff zu wickeln, damit uns der Schraubenzie-her nicht so leicht aus der
Hand rutscht.</li>
<!--5--><li>Es wäre ein Verbrechen, kaputte Schraubenzieher ohne Erlaubnis
der herstellenden Firma zu reparieren.</li>
<!--6--><li>Es würden dauernd neue Schraubenzieher und Schrauben auf den Markt
gebracht, die nicht mit den alten Modellen funktionieren. Wir müssten also
laufend neue Schraubenzieher kaufen, um neue Geräte warten zu können.</li>
<!--7--><li>Es wäre strafbar, Schraubenzieher zu verleihen oder weiter
zu verkaufen.</li>
<!--8--><li>Schraubenzieher würden uns versteckt überwachen und die so
gesammelten Informationen unmerklich an Unbekannte weiterleiten können.</li>
</ol>
<p>Niemand würde Schraubenzieher benutzen, deren Verwendung derart beschränkt
ist. Es gibt keinen vernünftigen Grund, solche Bedingungen zu akzeptieren. Bei
Software genauso wenig wie bei anderen Werkzeugen.</p>
<p>Auch in der EDV sind jene Freiheiten möglich, die wir bei Werkzeugen
selbstverständlich finden. Freie Programme wie Firefox und Libre Office dürfen
wir sorglos überall installieren. Ihre Dateien sind auch nach Jahren noch mit
verschiedenen Programmen brauchbar, denn sie verwenden Offene Standards. Wenn
wir ein GNU/Linux Betriebssystem verwenden, können uns Konzerne wie Microsoft
und Apple keine für uns nachteiligen Bedingungen mehr aufdrängen.</p>
<h2>Das ist Freie Software</h2>
<ol>
<li><b>Verwenden:</b> Wir dürfen sie ohne Nutzungsbeschränkungen beliebig
einsetzen.</li>
<li><b>Verstehen:</b> Wir dürfen sie untersuchen und an unsere Bedürfnisse
anpassen (lassen).</li>
<li><b>Verbreiten:</b> Wir dürfen anderen helfen und Kopien der Software
an sie weitergeben.</li>
<li><b>Verbessern:</b> Wir dürfen unsere verbesserten Versionen
veröffentlichen, sodass alle davon profitieren können.</li>
</ol>
<p><b>Nur wenn wir all diese Freiheiten tatsächlich nutzen können, ist es
wirklich Freie Software.</b></p>
<h2>Gratis ist nicht gleich frei</h2>
<p>Es gibt auch beschränkte Software, die kostenlos verwendet werden darf.
Freeware bzw. Shareware ist zwar gratis, aber bietet nicht die oben
ausgeführten Freiheiten. Freeware befreit uns daher nicht aus der Abhängigkeit
von vertreibenden Unternehmen.</p>
<h2>Frei ist nicht gleich gratis</h2>
<p>Manchmal wird Freie Software auch verkauft. Wir bezahlen dann aber nicht für
die weiterhin kostenlos verfügbare Software, sondern für zusätzliche Leistungen
wie zum Beispiel die Zusammenstellung ganzer Softwarepakete (Distributionen)
oder Telefonsupport.</p>
<p>Die GNU GPL (General Public Licence) ist das bekannteste Kennzeichen für
Freie Software. Das CopyleftZeichen zeigt an, dass alle Ableitungen des Werkes
die im Original gewährten Freiheiten bewahren müssen.</p>
<h2>Profitmaximierung ...</h2>
<p>In vielen Unternehmen steht Profitmaximierung über allem. Programme solcher
Betriebe beschränken uns technisch und rechtlich rücksichtslos immer stärker
auf das, was diesen Unternehmen Gewinne bringt. Um trotzdem keine Kundschaft zu
verlieren, machen sie den Umstieg auf Alternativen so schwer wie möglich. Sie
verbergen gezielt, was in ihren Programmen vorgeht und verhindern damit
Konkurrenz genauso wie rechtstaatliche Kontrollen.</p>
<p>Auch wenn manche skrupellosen Programme wegen ihrer großen Verbreitung als
die im Moment bequemste Option erscheinen: Sollten wir nicht besser nur
Programme nutzen, die völlig offenlegen, was in ihnen (mit unseren Daten)
passiert?</p>
<h2>... oder Lösungen</h2>
<p>Es gibt Software, die nicht für Profite, sondern zur Lösung konkreter
Aufgaben entwickelt wird. Sie wird von jenen ermöglicht, die sie nutzen wollen.
Niemand hätte etwas davon diese Programme absichtlich zu beschränken, niemand
verstümmelt sie um sich dadurch bereichern zu können. Viele dieser Programme
werden unter freien Lizenzen veröffentlicht, diese sind fortan Freie
Software.</p>
<p>In Freier Software können auf Dauer keine schädlichen oder überwachenden
Funktionen versteckt werden, da wir alle sie untersuchen und verändern
dürfen.</p>
<p>Immer mehr Menschen haben es satt, eingeschränkt und überwacht zu werden.
Freie Programme werden stätig weiter entwickelt, dabei wächst nicht nur die
Qualität und Vielfalt Freier Software, sondern auch die Zahl jener, die sie
einsetzen.</p>
<p>Weigern Sie sich, bloß als Geldquelle betrachtet und unter fragwürdigen
Vorwänden beschränkt zu werden: Bevorzugen auch Sie Freie Software, wo immer
Sie Gelegenheit dazu haben!</p>
<h2>Buchtipp</h2>
<p>Richard M. Stallman startete in den frühen 1980er Jahren das GNUProjekt mit
dem Ziel eines freien Betriebssystems. Er ist der geistige Urvater der
Freie-Software-Bewegung und seine Aufsätze in diesem Buch erklären nicht nur
die grundlegenden Ideen hinter dieser Befreiungsbewegung, sondern auch die
vielfältigen Gefahren, die von proprietärer Software ausgehen.</p>
<p>Das Buch kann vom Shop der Free Software Foundation auch kostenlos als
freies E-Book im PDF-Format heruntergeladen werden.</p>
<h2>Quellen</h2>
<ul>
<li>Für Freie Software geeignete Computer: h-node.com/home/index/de</li>
<li>Freie Betriebssysteme zum Download: gnu.org/distros/free-distros.html</li>
<li>Übersicht über Freie Software: directory.fsf.org</li>
<li>Suchmaschine ohne Nutzungsdatensammlung: duckduckgo.com</li>
<li>Straßenkarten ohne Nutzungsdatensammlung: openstreetmap.org</li>
<li>Infos über Geräte, die uns absichtlich behindern:
defectivebydesign.org</li>
<li>Allgemeine Informationen zu Freier Software: fsfe.org</li>
</ul>
</body>
<timestamp>$Date: 2012-17-06 15:31:58 +0200 (Tue, 17 Jul 2012) $ $Author:
alessandro.polvani $</timestamp>
</html>