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  2. <html newsdate="2009-07-28">
  3. <head>
  4. <title>EU-Browserprozess: Details der Vereinbarung werden laut FSFE entscheidend sein</title>
  5. </head>
  6. <body>
  7. <h1>EU-Browserprozess: Details der Vereinbarung werden laut FSFE entscheidend sein</h1>
  8. <p newsteaser="yes">Die Free Software Foundation Europe (FSFE) gratuliert der
  9. EU-Kommission zu ihrer beständigen Haltung in der kartellrechtlichen
  10. Untersuchung gegen Microsoft, die die Firma dazu gebracht hat, eine
  11. Vereinbarung anzubieten. Wie auch immer eine derartige Vereinbarung aussehen
  12. mag, werden richtig ausgearbeitete Details entscheidend für Wettbewerb und
  13. Innovation am Browsermarkt sein.
  14. </p>
  15. <p>"Um eine wirkliche Auswahl für die Konsumenten zu sichern, muss der
  16. Auswahlbildschirm nicht nur den europäischen Windowsbenutzern, sondern allen
  17. Benutzern weltweit zur Verfügung stehen", sagt Karsten Gerloff, Präsident der
  18. FSFE. "Die Firma Microsoft erhält ihre Dominanz aufgrund der illegalen Praxis,
  19. den Internet Explorer mit Windows-Betriebssystemen zu bündeln, aufrecht - auf
  20. allen Märkten, wo sie ihre Software verkauft. In einem global vernetzten Markt
  21. müssen auch die Lösungen global sein."
  22. </p>
  23. <p>
  24. Als interessierte Dritte behält die FSFE die Forderung aufrecht, dass jeder
  25. Vergleich die konkurrierenden Browser mit dem Internet Explorer gleichstellen
  26. muss. Sie müssen außerdem genauso einfach zugänglich und in das Betriebssystem
  27. integriert sein, wie Microsofts eigener Browser.
  28. </p>
  29. <p>Der Auswahlprozess für die im Auswahlbildschirm verfügbaren Browser
  30. ist ein Schlüsselpunkt des Vorschlags. Dieser Prozess muss auf einem
  31. klar definiertes Verfahren aufbauen, das von der EU-Kommission genau
  32. kontrolliert wird.
  33. </p>
  34. <p>"Die Browser einfach nach ihrem Marktanteil aufzunehmen würde
  35. den Markt eher in seinem jetzigen Zustand einfrieren, als ihn zu beleben.
  36. Stattdessen sollten Markttendenzen und plattformübergreifende Verfügbarkeit
  37. jedes Browsers als Schlüsselparameter für diese Auswahl herangezogen
  38. werden", sagt Adriaan de Groot, Koordinator für Rechtsangelegenheiten bei
  39. der FSFE.
  40. </p>
  41. <p>Die FSFE wird die EU-Kommission weiterhin in ihrem Bemühen unterstützen,
  42. gerechten Zugang, Wettbewerb und Innovation am Webbrowsermarkt zu
  43. schaffen. Wettbewerbsschädigendes Verhalten sieht die FSFE als inakzeptabel an,
  44. egal ob es im "Verknüpfen" von Produkten oder im Umgehen von Standards und
  45. gerechtem Zugang besteht.
  46. </p>
  47. <p>Die FSFE fördert Entscheidungsfreiheit und schützt Offene Standards. Dies
  48. beinhaltet die Arbeit gegen den Missbrauch von Standards durch proprietäre
  49. Erweiterungen, die das Internet unrechtmäßig teilen. Sie begrüßt die Teilnahme
  50. jeder Firma am Browsermarkt, inklusive der Optimierung ihrer Produkte für gute
  51. Funktionalität auf den Zielplattformen.
  52. </p>
  53. <p>Es sollte sich aber keine Firma in einer Position befinden, die ihr erlaubt,
  54. das zukünftige Aussehen des Internets zu diktieren, indem sie unter Ausnützung
  55. von Plattformdominanz durch Kontrolle von Server und Client Standards aushöhlt.
  56. </p>
  57. <p></p>
  58. <p>Frühere Stellungnahmen der FSFE zu diesem Thema finden sie hier:</p>
  59. <ul>
  60. <li><a href="http://mail.fsfeurope.org/pipermail/press-release-de/2009q1/000139.html">Webbrowser-Interoperabilität: Die FSFE begrüßt die Entscheidung der EU-Kommission und bietet Unterstützung an</a></li>
  61. <li><a href="http://mailman.fsfeurope.org/pipermail/press-release/2009q1/000231.html">Die FSFE engagiert sich im EU-Browserprozess</a></li>
  62. </ul>
  63. <p>Den Brief der FSFE an EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes finden sie hier:</p>
  64. <ul>
  65. <li><a href="http://fsfe.org/documents/20071219-opera-antitrust.pdf">http://fsfe.org/documents/20071219-opera-antitrust.pdf</a></li>
  66. </ul>
  67. <h2>Hintergrund:</h2>
  68. <p>Die FSFE hat bereits 2001 die Generaldirektion der EU-Kommission bei ihrer
  69. Untersuchung gegen Microsofts Geheimhaltung von Interoperabilitäts-Daten
  70. unterstützt. Dies war das ersten Mal, dass die Freie-Software-Gemeinschaft in
  71. einen derartigen Fall hineingezogen wurde und half, 2004 zu einer
  72. abschließenden Entscheidung gegen Microsoft zu kommen, die forderte,
  73. Interoperabilitätsinformationen zu veröffentlichen.
  74. </p>
  75. <p>Die Entscheidung wurde 2007 vom Gericht erster Instanz der Europäischen
  76. Gemeinschaften bestätigt, wodurch Samba und die ganze Gemeinschaft
  77. schlussendlich Zugang zu den Interoperabilitätsinformationen bekam, und zwar
  78. unter Bedingungen, die mit der GNU General Public License in Einklang
  79. standen. Diese Informationen werden nun in besserer Software mit größerer
  80. Interoperabilität implementiert, die dem gesamten IT-Ökosystem zugutekommen.
  81. </p>
  82. <h2>Über die Free Software Foundation Europe:</h2>
  83. <p>Die Free Software Foundation Europe (FSFE) ist eine gemeinnützige,
  84. regierungsunabhängige Organisation, die in vielen Ländern Europas aktiv
  85. und in vielen globalen Aktionen involviert ist. Der Zugang zu Software
  86. entscheidet über die Teilhabe an der digitalen Gesellschaft. Um
  87. Chancengleichheit im Informationszeitalter und die Freiheit des
  88. Wettbewerbs sicherzustellen, widmet sich die Free Software
  89. Foundation Europe (FSFE) der Förderung Freier Software, welche
  90. dadurch definiert wird, dass sie von jedem Menschen uneingeschränkt
  91. benutzt, untersucht, verändert und weitergegeben werden kann.
  92. Dies ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und der Freien Software
  93. politische und rechtliche Sicherheit zu verschaffen, sind die
  94. wichtigsten Ziele der FSFE, die 2001 gegründet wurde.
  95. </p>
  96. <h2>Pressekontakt:</h2>
  97. <ul>
  98. <li>Karsten Gerloff,<a href="mailto:gerloff@fsfe.org">gerloff@fsfe.org</a>, +49 176 9690 4298</li>
  99. <li>Adriaan de Groot, <a href="mailto:groot@fsfeurope.org">groot@fsfeurope.org</a></li>
  100. <li>Carlo Piana, <a href="mailto:carlo@piana.eu">carlo@piana.eu</a></li>
  101. </ul>
  102. </body>
  103. <timestamp>$Date$ $Author$</timestamp>
  104. </html>
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