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<html newsdate="2019-05-20">
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<title>Drei Schlussfolgerungen aus Googles Weigerung, Huawei Zugang zu ihrer Software zu gestatten</title>
</head>
<body>
<h1>
Drei Schlussfolgerungen aus Googles Weigerung, Huawei Zugang zu ihrer Software zu gestatten
</h1>
<p>Google verweigert dem chinesischen IT-Giganten Huawei
den Zugang zu den prorietären Komponenten des Android-Betriebssystems -
ein Vorgang, der die IT-Sicherheit der Geräte bedroht. Dies unterstreicht,
wie wichtig Freie Software für die Endverbraucher, öffentliche Einrichtungen
und Firmen ist. Die Free Software Foundation Europa (FSFE) zieht aus dieser
Weigerung drei wesentliche Schlussfolgerungen.</p>
<p>Nach einem Beschluss der US-amerikanischen Regierung, der amerikanischen
Firmen verbietet mit der chinesischen Firma Huawei Geschäftsbeziehungen zu
unterhalten, hat auch Google jegliche Zusammenarbeit mit der Firma eingestellt.
Dies betrifft all jene Software, die nicht unter Freie-Software-Lizenzen
verfügbar ist. Praktisch bedeutet dies, dass Huawei künftige
und vielleicht sogar die schon auf dem Markt befindlichen Mobiltelefone
keinen Support und keine Updates für das Android-Betriebssystem
erhalten. Huawei erhält keinen Zugang zu den proprietären Google-Apps und
-Diensten, wie zum Beispiel Gmail oder Google Play. Obwohl proprietäre
Software grundsätzlich gemieden werden sollte, bedeutet gerade die letztere
Einschränkung eine Risiko für die Nutzer von Huawei-Mobiltelefonen, da sie
ohne Zugriff auf den App-Store nicht mit den wichtigen Sicherheits-Updates
versorgt werden.</p>
<p>Google bietet nur ein Grundsystem von Android als Freie Software an, doch
bündelt dieses Grundsystem mit proprietären Apps und Diensten. Diese
unfreien Komponenten, die in den meisten Android-Geräten zum Einsatz kommen,
haben für die Nutzer viele Nachteile, wie
<a href="https://freeyourandroid.org">die FSFE schon seit 2012 dokumentiert</a>.
Dieser neue Fall zeigt, dass selbst Tech-Giganten wie Huawei unter
diesen Abhängigkeiten und Herstellerabhängigkeiten leiden, sobald sie sich
auf proprietäre Software verlassen - genauso wie die Endanwender.</p>
<h2>Drei Schlussfolgerungen</h2>
<p>Die folgenden Lehren können aus diesem Fall gezogen werden:</p>
<ol>
<li>Die FSFE empfiehlt <strong>Verbrauchern</strong> zu Betriebssystemen
und Applikationen zu wechseln, die unter freien Lizenzen stehen.
Nutzer proprietärer Software haben keinen Einfluss auf die Hersteller
und diese können die kritischen Security-Updates zurückhalten, wenn
der Hersteller oder eine Regierung sich damit einen strategischen Vorteil
erhofft. Freie Software versetzt deren Nutzer in die Lage, die von ihnen
genutzte Technologie zu beherrschen; dies wird um so wichtiger, je mehr
diese Technik unseren Alltag beherrscht. Verbraucher, die Android verwenden,
erfahren Unterstützung durch unsere <a href="https://freeyourandroid.org">Free
Your Android-Initiative</a></li>
<br />
<li><strong>Regierungen und besonders die Europäische Union</strong> sollten
stärker in Freie Software investieren, um Unabhängigkeit von großen
Firmen und anderen Staaten zu erlangen. Der vorliegende Fall zeigt deutlich,
wie wenig Einfluss die EU auf die Anbieter von Hochtechnologie außerhalb
Europas besitzt. Statt darauf zu warten, dass sich auch in Europa ein
IT-Monopolist bildet, sollten die EU und ihre Mitglieder die
<a href="https://publiccode.eu">Entwicklung Freier Software fördern</a>
und in diesem Zuge die lokalen Organisationen zur Verbreitung Freier Software
und lokale IT-Firmen fördern. Diese Unterstützung würde die Unabhängigkeit der
europäischen Bürger und der europäischen Wirtschaft verbessern.
Dies ist ein wichtiger Schritt, um zu verhindern, dass äußere Kräfte
die europäische Infrastruktur beeinträchtigen können.</li>
<br />
<li>Die FSFE empfiehlt <strong>Firmen</strong> dringend in ihrer
gesamten Wertschöpfungsketter Freie Software einzusetzen. Proprietäre
Software führt in die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern und deren
Regierungen. Dieser Fall zeigt, dass die US-Regierung in der Lage war,
Google daran zu hindern, ihre proprietären Produkte auszuliefern -
doch dies kann nicht dazu führen, dass die Freien Software-Anteile von
Android weiterhin ausgeliefert werden. Hätte Huawei stärker auf
Freie Software gesetzt, wäre die Strategie der US-Regierung nicht
in gleichem Maße aufgegangen. Auch wenn unter den derzeitigen
Gegebenheiten besonders chinesische Anbieter genau beäugt werden,
könnte das gleiche Vorgehen auch jedes andere Land treffen.</li>
</ol>
<p>Schon frühere Anschuldigungen gegen Huawei hatten gezeigt,
dass <a href="/news/2019/news-20190205-01.html">kritische
Infrastruktur unter Freien Lizenzen stehen sollte.</a>
Diese neueste Episode in der Affäre Huawei unterstreicht, dass
dieser Ratschlag auch für Apps und Dienste gilt. In wenigen
Tagen wird das Europäische Parlament gewählt. Dieser Fall
sollte für das sich demnächst konstituierende Parlament ein
Weckruf sein. Die Europäische Kommission sollte eine Richtlinie
erlassen, welche die Unabhängigkeit europäischer technischer
Infrastruktur fordert, basierend auf Freier Software. Ein erster
Schritt ist es mit <a href="https://publiccode.eu">öffentlichen
Mitteln finanzierte Software auch der Öffentlichkeit zugänglich</a>
zu machen.</p>
</body>
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<tag key="security">IT Security</tag>
<tag key="pmpc">Public Code</tag>
<tag key="huawei">Huawei</tag>
<tag key="fya">Free Your Androud</tag>
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<discussion href="https://community.fsfe.org/t/three-conclusions-to-draw-from-google-denying-huawei-access-to-software/278" />
<translator>Stefan Schröder</translator>
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