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  2. <html newsdate="2018-01-19">
  3. <version>1</version>
  4. <head>
  5. <title>Organisationen und Juristen fordern: Das besondere elektronische Anwaltspostfach muss Freie Software werden</title>
  6. </head>
  7. <body>
  8. <h1>Organisationen und Juristen fordern: Das besondere elektronische Anwaltspostfach muss Freie Software werden</h1>
  9. <p>Das Vertrauen in das <a
  10. href="http://bea.brak.de/">besondere elektronische Anwaltspostfach</a>
  11. (beA) hat nach bekannt gewordenen Sicherheitslücken und erheblichen
  12. technischen Mängeln das Vertrauen von Juristen und Mandanten verloren.
  13. Die Free Software Foundation Europe (FSFE) übermittelt heute ihren <a
  14. href="/activities/publiccode/bea.html">Offenen Brief mit Empfehlungen
  15. und Forderungen</a> an die auftraggebende Bundesrechtsanwaltskammer
  16. (BRAK) zusammen mit drei weiteren bekannten zivilgesellschaftlichen
  17. Organisationen und 21 Juristen.</p>
  18. <p>Obwohl es der Anspruch des bisher 38 Millionen teuren Projektes ist,
  19. eine sichere Ende-zu-Ende-verschlüsselte Kommunikation im Rechtsverkehr
  20. zu bieten, wurde spätestens Ende 2017 öffentlich, dass <a
  21. href="https://www.golem.de/news/bea-noch-mehr-sicherheitsluecken-im-anwaltspostfach-1801-131942.html">akute
  22. Sicherheitsmängel</a> und <a
  23. href="https://www.heise.de/newsticker/meldung/Fataler-Konstruktionsfehler-im-besonderen-elektronischen-Anwaltspostfach-3944406.html">grundlegende
  24. Konstruktionsfehler</a> vorliegen. Auch eine bis heute geheim gehaltene
  25. Sicherheitsprüfung von 2015 hat offenbar nicht zu einer ausreichenden
  26. Verbesserung beigetragen.</p>
  27. <p><a href="/activities/publiccode/bea.html#zeichner">Die Unterzeichner
  28. der Forderungen</a>, neben der FSFE der Chaos Computer Club,
  29. Digitalcourage, The Document Foundation und eine Vielzahl
  30. deutschlandweit aktiver und bekannter Juristen, erwarten daher von der
  31. BRAK:</p>
  32. <ul>
  33. <li>die Veröffentlichung der bisherigen und zukünftigen Entwicklung
  34. der beA-Software unter einer gängigen Freie-Software-Lizenz,</li>
  35. <li>öffentliche Audits des gesamten Programmcodes durch unabhängige
  36. IT-Sicherheitsforscher,</li>
  37. <li>Kompatibilität der Software zu allen aktuellen Betriebssystemen
  38. (u.a. GNU/Linux, Windows, MacOS).</li>
  39. </ul>
  40. <p>Ohne diese Voraussetzungen kann das Vertrauen in die Software und
  41. somit das ganze Projekt nicht mehr gerettet werden. Mandanten erwarten
  42. eine vertrauliche Kommunikation und Juristen benötigen diese, um ihre
  43. anwaltliche Pflicht der Verschwiegenheit erfüllen zu können. Zudem
  44. stellen die Unterzeichner fest, dass die bisherige Geheimhaltung von
  45. Software und Sicherheitsüberprüfungen auch in diesem Fall der
  46. IT-Sicherheit mehr geschadet als genutzt hat. Stattdessen hätte von
  47. Anfang an auf etablierte Freie-Software-Komponenten und einen
  48. transparenten Prozess gesetzt werden sollen.</p>
  49. <p>Dass Freie Software generell für öffentliche digitale
  50. Dienstleistungen Standard sein muss, fordert die FSFE auch in ihrer
  51. Kampagne "<a href="https://publiccode.eu/de/">Public Money, Public
  52. Code</a>", die bereits von über 16.000 Personen und mehr als 100
  53. Organisationen und Institutionen, <a
  54. href="http://www.zdnet.com/article/windows-vs-linux-open-source-beats-microsoft-to-win-barcelonas-backing/">darunter
  55. der Stadt Barcelona</a>, unterzeichnet wurde.</p>
  56. </body>
  57. <tags>
  58. <tag key="bea">Besonderes elektronisches Anwaltspostfach</tag>
  59. <tag key="pmpc">Public Money? Public Code!</tag>
  60. <tag key="security">IT-Sicherheit</tag>
  61. </tags>
  62. <author id="mehl" />
  63. </html>