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<html newsdate="2016-07-25">
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<title>Routerzwang: Auf was Kunden jetzt achten sollten</title>
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<h1>Routerzwang: Auf was Kunden jetzt achten sollten</h1>
<p>Bisher konnten Internetanbieter (ISPs) in
Deutschland bestimmen, welchen Router Kunden zur Verbindung mit dem
Internet nutzen können. Nutzer hatten keinen Einfluss auf diese
Entscheidung. Das ändert sich ab dem 1. August diesen Jahres. Ein neues
Gesetz erlaubt es Verbrauchern, das Gerät frei auszuwählen, das in
ihren vier Wänden installiert wird. Die FSFE möchte sicherstellen, dass
alle Kunden über diese neuen Rechte Bescheid wissen und bittet um
Nutzerberichte, wenn ISPs versuchen, die neue Regel zu umgehen.</p>
<p>Routerzwang beschreibt das Vorgehen, Nutzern bestimme Geräte
aufzuzwingen und ihnen die Verwendung alternativer Router für die
Verbindung mit dem Internet zu verbieten. Zwangsrouter fallen oft
negativ mit kritischen Sicherheitslücken auf, die Nutzer aus
technischen oder rechtlichen Gründen nicht selbst beheben können. Sie
sind auch dafür bekannt, zu einigen Netzwerkgeräten oder Standards wie
IPv6 inkompatibel zu sein, oder nur eine geringe Anzahl wichtiger
Funktionen zu unterstützen.</p>
<p>Trotzdem war die rechtliche Lage lange unklar und Internetanbieter
erklärten das erste Gerät nach der Telefon- oder Antennendose, d.h. den
Router bzw. das Modem, zum Teil ihres Netzwerks. Sie konnten dadurch
Nutzern verbieten, die Technik bei sich zu Hause zu kontrollieren,
obwohl Kunden etwa die Stromkosten für diese Geräte zahlen müssen.</p>
<p>Die Free Software Foundation Europe arbeitet seit 2013 an einer
Lösung dieses Misstands und war <a
href="/news/2015/news-20151105-01.html">letztlich erfolgreich</a>: Vom
1. August an ist es Kunden deutscher Internetanbieter gestattet, jedes
beliebige Endgerät zu verwenden. Egal ob es sich um eine DSL- oder
Kabelverbindung handelt, der ISP muss alle Informationen bereitstellen,
um einen alternativen Router zu verbinden und damit Internet und
Telefonie zu nutzen.</p>
<h2>Helfen Sie uns bei der Überprüfung der Umsetzung</h2>
<p>Das Gesetz ist eindeutig bezüglich Ihrer neuen Rechte, aber aufgrund
der Erfahrungen der Vergangenheit mit ISPs muss die FSFE davon
ausgehen, dass viele Internetanbieter die neue Regulierung ignorieren
und versuchen werden, ihre Kunden zur Nutzung ihres Standardrouters zu
zwingen.</p>
<p>Die Internetanbieter werden wahrscheinlich behaupten, dass das
Gesetz nur Neukunden betreffe, dass die Internetverbindung mit
alternativen Geräten instabil sei oder denjenigen Kunden den Support
verweigern, die andere Geräte als die von ihnen vorgeschlagenen
verwenden.</p>
<p>Wir möchten sicherstellen, dass solches Fehlverhalten öffentlich
gemacht wird und dafür brauchen wir Ihre Hilfe. Wenn Sie ein Kunde
eines deutschen Internetanbieters sind, bitten wir Sie, Ihr neues Recht
auszuüben und ein alternatives Gerät zu verwenden, idealerweise eines
mit einer Firmware, die Freie Software ist.</p>
<p>Sobald Ihr neues Gerät verbunden ist, bitten wir Sie uns zu
berichten, ob Sie irgendwelche Probleme mit der Nutzung des neuen
Routers hatten. Wir werden diese Informationen sammeln und Anbieter
damit konfrontieren, die sich nicht an das neue Gesetz halten. Wir
haben auch eine <a
href="https://wiki.fsfe.org/Activities/CompulsoryRouters/Implementation/Germany">Wiki-Seite</a>
erstellt, auf der wir Informationen, Testprozesse, Ergebnisse und
Erfahrungsberichte sammeln.</p>
<h2>Weitere Informationen</h2>
<p>Für weitere Informationen über den Routerzwang und dessen negative
Auswirkungen, besuchen Sie bitte unsere <a
href="/activities/routers/">Kampagnenseite</a>. Werfen Sie auch einen
Blick auf die <a href="/activities/routers/timeline.html">zeitliche
Übersicht</a> mit den wichtigsten Ereignissen dieses Themas. Um zu
dieser und anderen FSFE-Kampagnen beizutragen, die Ihre Freiheiten
verteidigen, können Sie uns mit einer <a href="https://my.fsfe.org/donate">Spende</a>
oder einer <a href="https://my.fsfe.org/donate">Fördermitgliedschaft</a> unterstützen.</p>
<h2>FSFE-Summit 2016</h2>
<p>Wenn Sie mehr über Freie Software erfahren möchten und darüber, wie
sie zum Schutz anderer wichtiger Rechte beiträgt, laden wir Sie zum <a
href="/summit16">jährlichen FSFE-Summit</a> Anfang September in Berlin
ein. Besuchen Sie uns und erfahren Sie, wie Sie Menschen im
selbstbestimmten Umgang mit Technik unterstützen können.</p>
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