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  2. <html newsdate="2010-02-22">
  3. <head>
  4. <title>FSFE an Anwender: Nehmen Sie ihre Wahlfreiheit wahr!</title>
  5. </head>
  6. <body>
  7. <h1>FSFE an Anwender: Nehmen Sie ihre Wahlfreiheit wahr!</h1>
  8. <h2>Die FSFE begrüßt größeren Wettbewerb im Europäischen Browser-Markt</h2>
  9. <p newsteaser="yes">
  10. Die FSFE begrüßt den größeren Wettbewerbs auf dem Webbrowser-Markt: Seit
  11. heute muss Microsoft Windows-Nutzern in Europa die Möglichkeit anbieten,
  12. zwischen verschiedenen Browsern zu wählen. Damit setzt das Unternehmen
  13. ein Abkommen mit der Europäischen Kommission im Dezember 2009 in die
  14. Praxis um. Die Free Software Foundation Europe war aktiver Teilnehmer in
  15. der Untersuchung der Kommission.
  16. </p>
  17. <p>
  18. "Zum ersten Mal wurde Microsoft dazu gezwungen, jedem Nutzer eine Wahl zwischen
  19. verschiedenen Webbrowsern anzubieten," sagt der FSFE-Präsident Karsten Gerloff. "Das
  20. ist ein Stoppschild für die Strategie des Unternehmens, seine Quasi-Monopolstellung
  21. bei Desktop-Betriebssystemen auf andere Märkte auszuweiten."
  22. </p>
  23. <p>
  24. Die FSFE kämpft für Wahlfreiheit und Offene Standards. Microsofts eigener
  25. Browser, der Internet Explorer, stellt Webstandards nicht korrekt dar. Die
  26. Quasi-Monopolstellung des Unternehmens im Desktop-Bereich führte dazu,
  27. dass Webdesigner oft nur Microsoft-Nutzer berücksichtigten und Nutzer
  28. konkurrierender Browser mit defekten Seiten kämpfen mussten.
  29. </p>
  30. <p>
  31. "Microsoft hat seine dominierende Position im Browsermarkt dadurch erhalten, dass
  32. es seine Vereinbarung mit der US-Wettbewerbsbehörde verletzt hat. Das Problem,
  33. das wir hier versuchen zu lösen, würde nicht existieren, wenn sich Microsoft an die
  34. Gesetze halten würde", erklärt der Rechtsberater der FSFE, Carlo Piana. "Es ist kein
  35. Zufall, dass wir in letzter Zeit einen größeren Wettbewerb im Browserbereich beobachten können,
  36. nachdem jahrelang keine Innovation stattfand und Mircosoft jegliche Investition vermissen ließ".
  37. </p>
  38. <p>
  39. Jetzt liegt es an den Anwendern, einen Vorteil aus der angebotenen Wahlmöglichkeit zu schlagen.
  40. Gerloff erinnert die Europäische Kommission daran, dass sie beständig den Erfolg des
  41. Ballot-Screens, beobachten muss. "Microsoft ist ein verurteilter Monopolist und hat in der
  42. Vergangenheit unzählige Abkommen verletzt", sagt er. "Wir rufen die Europäische Kommission
  43. dazu auf, sehr genau zu beobachten, wie diese Maßnahmen in der Praxis umgesetzt werden."
  44. </p>
  45. <p>
  46. Der Ballot-Screen, also die Auswahlmöglichkeit zwischen verschiedenen
  47. Browsern, ist zur Zeit auf Europa beschränkt. "Wir rufen
  48. Wettbewerbsbehörden auf der ganzen Welt dazu auf, sich ein Beispiel an der
  49. guten Arbeit der Europäischen Kommission in dieser Angelegenheit zu
  50. nehmen. Der Effekt auf den Wettbewerb und die Einhaltung von Standards
  51. wäre viel größer, wenn den Nutzern überall eine Wahl geboten würde", sagt
  52. der Rechtsberater der FSFE, Carlo Piana.
  53. </p>
  54. <p>
  55. Es bleibt abzuwarten, inwiefern der Ballot-Screen den Wettbewerb im Markt
  56. für Webbrowser fördern wird. Die FSFE zeigt sich genauso besorgt über fehlende
  57. Interoperabilität zwischen Microsoft-Produkten und Anbietern Freier Software
  58. wie über die Politik des Unternehmens, sein Betriebssystem mit Verbraucherhardware
  59. zu bündeln.
  60. </p>
  61. <h3>Hintergrund:</h3>
  62. <p>
  63. Die erste Beschwerde über Microsofts Missbrauch seiner dominierenden Position im
  64. Webbrowser-Markt wurde von Opera vorgetragen. Die FSFE unterstütze die Untersuchung
  65. als interessierte Drittpartei, indem sie Rückmeldungen gab und dabei half,
  66. die von der Europäisches Kommission auferlegten Bedingungen zu formulieren.
  67. </p>
  68. <p>
  69. Die Einigung zu Webbrowsern ist nur das Ergebnis der jüngsten von mehreren Untersuchungen
  70. der Europäische Kommission über Microsofts wettbewerbsschädigendes Verhalten. Die wohl
  71. berühmteste Aktion - in der die
  72. <a href="http://fsfe.org/activities/ms-vs-eu/ms-vs-eu.en.html">FSFE eine Schlüsselrolle spielte</a>
  73. - betraf den Betriebssystemmarkt für Arbeitsgruppen-Server. Auch als
  74. der Samba-Fall bekannt, endete sie mit einer richtungsweisenden Entscheidung des Europäischen
  75. Gerichtshofs im Jahr 2007. Microsoft wurde gezwungen, Interoperabilitätsinformationen
  76. zu veröffentlichen, die es Konkurrenten rechtswidrig vorenthalten hatte.
  77. </p>
  78. <p>
  79. Am gleichen Tag, an dem der Ballot-Screen angekündigt wurde, versprach Microsoft
  80. außerdem, Interoperabilitätsinformationen für einige seiner Produkte offen zu legen,
  81. darunter Windows Server, Microsoft Office, Exchange und SharePoint.
  82. Hier ist eine Untersuchung der Europäischen Kommission noch im Gange.
  83. </p>
  84. </body>
  85. <translator>Andreas Aubele</translator>
  86. </html>
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