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<html newsdate="2019-05-15">
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<title>Public Money, Public Code: München - ein Schritt zurück, zwei Schritte vor</title>
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<h1>Public Money, Public Code: München - ein Schritt zurück, zwei Schritte vor</h1>
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Vor mehr als zwei Jahren hat München die bis dahin verfolgte Strategie aufgegeben, mittels
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Freier Software und GNU/Linux eine unabhängige IT-Infrastruktur aufzubauen, und hat sich erneut
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in die Abhängigkeit proprietärer Software begeben. Wir haben diesen Prozess genau verfolgt
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und erläutern hier, was sich seitdem in München und dem Rest Europas getan hat.
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Ist es uns gelungen in den letzten zwei Jahren unabhängiger zu werden und
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unsere eigene IT besser zu kontrollieren oder hat sich die Abhängigkeit von Monopolen
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weiter verstärkt?
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<h2>Rückblick</h2>
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Vor 13 Jahren, als die Stadtverwaltung von München die nicht mehr unterstützten
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Windows-NT-Arbeitsplätze ablösen musste, wurde das LiMux-Projekt begonnen. 15000 Arbeitsplätze
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wurden mit herstellerunabhängiger Freier Software ausgerüstet und auf offenen Standards
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basierende Dateiformate wurden eingeführt. Diese Migration wurde von regionalen IT-Anbietern
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durchgeführt und unterstützt. Diese Initiative hat beispielhaft zu mehr Unabhängigkeit geführt
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und die lokale IT-Industrie gefördert.
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<img src="https://pics.fsfe.org/uploads/big/5348cacf72abe97d5f746e111866c027.jpg" alt="Limux München aus hölzernen Spielkarten"/>
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<figcaption><a href="https://www.flickr.com/photos/149561324@N03/37726450455/">Picture</a> by Marco Verch, <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC-BY 2.0</a></figcaption>
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Doch dann verschlechterte sich die Situation. 2014 koalierte die SPD mit der CSU und Dieter Reiter
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von der SPD wurde zum neuen Bürgermeister gewählt. Die neue Koaltion stellte die LiMux-Strategie
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bald in Frage und Accenture (eine Microsoft-Partnerfirma, die an der gleichen Adresse wie Microsoft
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Büros unterhält) wurde beauftragt, Münchens IT-Infrastruktur zu untersuchen. Der
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<a href="https://www.ris-muenchen.de/RII/RII/DOK/SITZUNGSVORLAGE/4277724.pdf">Bericht wurde veröffentlicht.</a>
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Trotz der engen Zusammenarbeit zwischen Accenture und Microsoft machten die Analysten hauptsächlich
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organisatorische Mängel für die Schwierigkeiten beim LiMux-Projekt verantwortlich; technische
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Probleme spielten keine wesentliche Rolle.
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Dennoch und zur Überraschung aller Beteiligten legte der Stadtrat mit nur minimalem Vorlauf einen
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Beschluss vor, der das Ende von LiMux besiegeln sollte.
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Damals hatten wir und andere unabhängige Beobachter <a href="/news/2017/news-20170301-01.html">festgestellt</a>,
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dass LiMux organisatorische Mängel aufwies (dazu gehörten unklare Führungsstrukturen und Verantwortlichkeiten),
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ein Befund, den das Accenture-Gutachten bestätigte. Die Probleme wurden nicht durch die Software auf
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den Arbeitsplatzrechnern verursacht. Der Wechsel des Betriebssystems würde keine Besserung bringen.
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<h2>Der heutige Stand</h2>
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Der Wechsel zurück zu proprietärer Software ist in München immer noch im Gange. Die gesamte
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Umstellung wird die Münchener Bürger in den nächsten sechs Jahren fast 90 Millionen Euro kosten.
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Währenddessen bemühen sich viele Städte in Deutschland und in ganz Europa um mehr Unabhängigkeit.
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Der Einsatz von Freier Software in der öffentlichen Verwaltung ist kein Strohfeuer. In den letzten
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Jahren konnten wir in den öffentlichen Verwaltungen einen Bewusstseinswandel beobachten: Im Einkauf
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von Hard- und Software werden zunehmend langfristige, strategische Gesichtspunkte berücksichtigt.
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Freie Software unterstützt Regierungen und Verwaltungen bei unterschiedlichen schwierigen Aufgaben,
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von demokratischer Regierungsarbeit bis zur Planung von Maßnahmen bei Naturkatastrophen. Manche
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der Softwarepakete werden nicht nur international genutzt, sondern sogar international entwickelt.
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Populäre Projekte, wie zum Beispiel Consul, GNU Health, X-Road oder CKAN, beweisen das internationale
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Potenzial Freier Software für Zusammenarbeit. Die deutsche Regierung hat beschlossen, eine
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eigene Cloud-Lösung (Bundescloud) auf Basis Freier Software aufzubauen. 300000 Beamte und
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Verwaltungsangestellte in weiteren Behörden sollen auf diese staatliche Cloud zugreifen können.
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Die französische Regierung hat beschlossen, ein landesweites
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<a href="https://matrix.org/blog/2018/04/26/matrix-and-riot-confirmed-as-the-basis-for-frances-secure-instant-messenger-app/">Messenger-Netzwerk auf Basis Freier Software</a>
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zu installieren. Diese und viele weitere Beispiele belegen, dass öffentliche Verwaltungen sich
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in ganz Europa um Unabhängigkeit ihrer IT-Landschaft bemühen. München jedoch hat sich, obwohl es
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zuerst ein Leuchtturmprojekt war, dazu entschlossen zurückzurudern und nicht auf
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den gewonnenen Erkenntnissen und der angeschafften Freien Software aufzubauen.
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Um Regierungen und Verwaltungen dabei zu unterstützen zu Freier Software zu migrieren, hat die
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Free Software Foundation Europe die <a href="https://publiccode.eu/">"Public Money? Public Code!"</a>-Kampagne
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ins Leben gerufen, die auf großes Interesse stößt. Die Initiative fordert die Einführung von
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Regeln, die dafür sorgen sollen, dass mit öffentlichen Mitteln finanzierte Software auch unter
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Freie Lizenzen gestellt werden müssen. Wenn die Öffentlichkeit diese Software finanziert, sollte
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die Öffentlichkeit diesen Code auch nutzen können.
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Wir haben <a href="/activities/publiccode/brochure">eine Broschüre erstellt</a>,
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in der wir mit unserer langjährigen Expertise und mit Hilfe von führenden Experten
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in der IT-Branche Freie Software und ihre Vorteile und den Nutzen für
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die moderne, digitale öffentliche Infrastruktur erklären.
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Bitte unterstützen Sie diese Kampagne!
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<a href="https://publiccode.eu/#about">Teilen Sie unsere Videos</a> (erhältlich in vielen Sprachen).
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Und - falls Sie das noch nicht getan haben - unterzeichnen Sie unseren
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<a href="https://publiccode.eu/#action">offenen Brief</a>.
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<description>Short history and current status of Limux in comparison to other public Free Software projects in Europe.</description>
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<tag key="public-administration">Public administration</tag>
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<tag key="de">Germany</tag>
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<tag key="limux">Limux</tag>
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<tag key="pmpc">Public Money Public Code</tag>
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<image url="https://pics.fsfe.org/uploads/big/962fb2130e31a061461a0171f6a6667e.jpg" alt="Limux München aus hölzernen Spielkarten"/>
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<translator>Stefan Schröder</translator>
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