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Langsame Erosion - 24. Juni 2004
</title>
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<h1>
Langsame Erosion
</h1>
<h2>24. Juni 2004</h2>
<p>Von Georg Greve</p>
<p>Handelsblatt Nr. 120 vom 24.06.04 Seite 15</p>
<p>Drogendealer geben den 'ersten Schuß' frei an ihre Kunden ab. Dann erst
wird Kasse gemacht. Auch Softwarekonzerne verschenken mitunter ihre
Programme - an Schulen etwa. Erst die regelmäßig notwendigen Updates
sind kostenpflichtig. Der Direktor des Brasilianischen Nationalinstituts
für
Informationstechnologie (ITI) Sérgio Amadeu hat die proprietären
Softwareunternehmen (deren Anwendungen nicht verändert werden dürfen)
mit Drogenbaronen verglichen und sich dafür eine Klage von Microsoft
eingefangen.</p>
<p>Der Monopolist kann nur Marktanteile verlieren. Und es gibt leistungsfähige
Freie Software en masse, die auch noch deutlich sicherer ist. Aber
wenigstens
soll der Erosionsprozess verlangsamt werden: 1. Softwarepatente: Da ein
Freies Software Projekt nicht das Geld hat, hunderte Ideen patentieren zu
lassen, hofft man allein damit viele unliebsame Wettbewerber aus dem Markt
drücken zu können. 2. proprietäre Datenformate: Der Anwender muß dauernd
neue Software kaufen, um elektronisch kommunizieren zu können. 3. Digitales
Restriktions-Management (DRM): Mit einer Verbindung aus Hard- und
Software soll künftig kontrolliert werden, ob der Anwender tatsächlich
zur Nutzung von Medien berechtigt ist. - also keine Textverarbeitung
ohne jährliches Schutzgeld!</p>
<p>Und auch das Internet will kontrolliert sein. Die Verwendung eines
künftigen Microsoft-Standards durch Freie Software wie GNU/Linux ist
trotz aller Kartellverfahren - ausdrücklich in den Lizenbedingungen
ausgeschlossen. So wie wenn ein Südamerikanisches Drogenkartell weltweit
Entzugsprogramme verbieten lassen wollte.</p>
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