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  2. <html>
  3. <head>
  4. <title>Routerzwang - FSFE</title>
  5. </head>
  6. <body id="routers" class="article" microformats="h-entry">
  7. <h1 class="p-name">Routerzwang</h1>
  8. <div class="e-content">
  9. <div id="introduction">
  10. <p>In unserer Gesellschaft sollte es selbstverständlich sein, sich für
  11. technische Geräte frei entscheiden zu können, die man in seinem Zuhause in
  12. Betrieb nehmen möchte, genauso wie wir entscheiden können, welches Mobiltelefon
  13. wir kaufen. Doch einige Internetanbieter widersprechen diesem Prinzip und
  14. schreiben ihren Kunden vor, welches Gerät sie zur Einwahl in das Internet
  15. nutzen müssen oder diskriminieren Besitzer alternativer Geräte. Diese
  16. Verletzung eigentlich selbstverständlicher Rechte wird Routerzwang genannt und
  17. wird von der Free Software Foundation Europe und vielen anderen Organisationen,
  18. Projekten und Individuen stark kritisiert. Routerzwang ist nicht nur ein Thema
  19. für Technikexperten, sondern betrifft uns alle.</p>
  20. </div>
  21. <h2>Was sind Router und was für ein Zwang?</h2>
  22. <p>Router sind technische Geräte, die neben der Einwahl ins Internet auch
  23. weitere Funktionen, etwa W-Lan, IP-Telefonie (VoIP) und TV-Streaming, aber auch
  24. eher technische Details wie Portfreischaltungen, DynDNS oder VPN-Tunnel
  25. beinhalten. Über Router läuft in der Regel die gesamte internetbasierte
  26. Kommunikation.</p>
  27. <p>Internetanbieter, wie in Deutschland zum Beispiel die Telekom, Vodafone,
  28. Kabeldeutschland und viele andere, bieten oftmals schon bei Vertragsabschluss
  29. einen von ihnen empfohlenen Router an. Das ist prinzipiell nicht schlecht, denn
  30. dadurch müssen Verbraucher nicht selbst auf die Suche nach einem passenden Gerät
  31. gehen. Doch umgekehrt muss es immer die Möglichkeit geben, sich ein eigenes
  32. Gerät auszusuchen, ohne vom guten Willen des Anbieters abhängig zu sein. Doch
  33. warum ist das so wichtig? Das hat mehrere Gründe, einige allgemeiner, anderer
  34. technischer Natur.
  35. </p>
  36. <ol>
  37. <li><strong>Vertrauen und Präferenzen</strong>: Jeder Mensch hat andere
  38. Präferenzen, wenn es um die Auswahl von technischen Geräten geht. Ein
  39. Internetanbieter darf sich nicht über diese Entscheidungsfreiheit der Menschen
  40. stellen. Wenn Kunden das vom Anbieter empfohlene Gerät aus welchen Gründen auch
  41. immer nicht verwenden möchten, so muss dieser das respektieren und es darf kein
  42. Nachteil für den Verbraucher entstehen.</li>
  43. <li><strong>Privatsphäre und Datenschutz</strong>: Dutzende Male sind die
  44. Standardrouter von Providern durch große Sicherheitslücken aufgefallen oder
  45. waren Opfer von Hintertüren, die Geheimdiensten und Kriminellen Zugriff auf
  46. jede Infrastruktur dahinter gegeben haben. Ein Kunde braucht daher die
  47. Freiheit, sich für ein Gerät oder einen Hersteller zu entscheiden, dem er
  48. vertraut. Routerzwang hingegen zerstört das sowieso geminderte Vertrauen in
  49. neue Technologien.</li>
  50. <li><strong>Freier Wettbewerb und technologischer Fortschritt</strong>: Nutzer
  51. profitieren von der Konkurrenz und dem freien Wettbewerb, der freie Auswahl und
  52. eine stetige Verbesserung der Produkte garantiert. Doch sollten immer mehr
  53. Internetanbieter den Routerzwang durchsetzen, kämen gerade kleinere Hersteller
  54. von Routern ins Hintertreffen, da fast niemand mehr ihre Geräte einsetzen kann.
  55. Dadurch haben kleinere und alternative Hersteller keine Chancen mehr, auf dem
  56. Markt zu bleiben. Das geht im Endeffekt zulasten der Verbraucher, da
  57. (Sicherheits-)Funktionen immer weiter abgespeckt werden und die
  58. Benutzerfreundlichkeit sinken wird.</li>
  59. <li><strong>Kompatibilität</strong>: Die Vielfalt an technischen Geräten ist
  60. schon heute sehr groß. Das ist prinzipiell sehr gut, denn so können wir uns
  61. frei für die Produkte entscheiden, die uns am meisten zusagen. Leider gibt es
  62. beispielsweise auch Router, an die etwa nur Telefone einer bestimmten Marke
  63. angeschlossen werden können. Nutzer müssen sich dann nur wegen des Unwillens der
  64. Internetanbieter neue technische Geräte anschaffen. Das ist schon allein aus
  65. Verbraucher- und Umweltschutzgründen sehr schlecht, da viel Elektroschrott
  66. entsteht, obwohl die Geräte eigentlich noch funktionieren.</li>
  67. <li><strong>Sicherheitsbedenken durch Monokulturen und fehlende
  68. Updates</strong>: Sicherheitsexperten sind schon heute besorgt über die
  69. steigende Anzahl von technischen Monokulturen. Diese treten etwa auf, wenn ein
  70. großer Prozentsatz einer technischen Sparte nur von einer Produktfamilie oder
  71. einem Hersteller dominiert wird. Treten dann dort große Probleme oder
  72. Sicherheitslücken auf, ist gleich eine enorme Anzahl von Benutzern betroffen.
  73. Die meisten Internetanbieter führen nur wenige Routermodelle und gefährden damit die
  74. Sicherheit ihrer Kunden.
  75. <p>Das ist insbesondere dann problematisch, wenn Hersteller und Anbieter in der
  76. Auslieferung von kritischen Updates sehr langsam sind. Denn oftmals ist es
  77. Routerzwang-Kunden gar nicht möglich, selbst Aktualisierungen einzuspielen,
  78. obwohl diese vielleicht schon vom Routerhersteller bereit gestellt wurden. Hier
  79. werden Kunden zulasten ihrer Sicherheit entmündigt.</p></li>
  80. </ol>
  81. </div><!--/e-content-->
  82. <h2>Verwandte Nachrichten</h2>
  83. <fetch-news/>
  84. </body>
  85. <sidebar promo="our-work">
  86. <h2>Mehr über Routerzwang</h2>
  87. <ul>
  88. <li><a href="/activities/routers/timeline.html">Zeitliche Übersicht des Routerzwangs</a></li>
  89. <li><a href="https://wiki.fsfe.org/Activities/CompulsoryRouters/Implementation/Germany">Stand der Implementation des neuen Gesetzes in Deutschland</a></li>
  90. </ul>
  91. <h2>Externe Artikel über Routerzwang</h2>
  92. <ul>
  93. <li><a href="https://blog.mehl.mx/2016/erste-testgeraete-fuer-routerfreiheit-versendet/">Erste Testgeräte für Routerfreiheit versendet</a></li>
  94. <li><a href="http://blog.mehl.mx/2014/why-free-choice-of-routers-is-an-unnegotiable-must/">Warum freie Routerwahl unverzichtbar ist (englisch)</a></li>
  95. </ul>
  96. </sidebar>
  97. <timestamp>$Date$ $Author$</timestamp>
  98. </html>
  99. <!--
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