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  1. <?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
  2. <html>
  3. <head>
  4. <title>Was ist Freie Software? – FSFE</title>
  5. </head>
  6. <body>
  7. <h1>Was ist Freie Software?</h1>
  8. <p>
  9. „Frei“ in „Freie Software“ bezieht sich auf Freiheit, nicht auf den
  10. Preis. Während diese Bedeutung seit den 80er Jahren verwendet wurde,
  11. scheint die erste dokumentierte vollständige Definition im <a href="http://www.gnu.org/bulletins/bull1.txt">GNU's
  12. Bulletin, vol. 1 no. 1</a>, herausgegeben im Januar 1986, enthalten zu
  13. sein. Insbesondere <a href="http://www.gnu.org/philosophy/free-sw.html">definieren</a> vier
  14. Freiheiten Freie Software:
  15. </p>
  16. <ul>
  17. <li>
  18. <h3>Die Freiheit, das Programm für jeden Zweck auszuführen.</h3>
  19. <p>
  20. <em>
  21. Einschränkungen bezüglich der Verwendbarkeit von Software, bezogen
  22. auf Zeit („30 Tage Testphase“, „Lizenz endet am 1. Januar 2004“),
  23. Zweck („Verwendung gestattet für Forschung und nichtkommerzielle
  24. Anwendung“, „darf nicht für Leistungsvergleiche (Benchmarking)
  25. eingesetzt werden“) oder willkürliche geographische Beschränkungen
  26. („darf nur im Land X verwendet werden“) machen ein Programm unfrei.
  27. </em>
  28. </p>
  29. </li>
  30. <li>
  31. <h3>Die Freiheit, die Funktionsweise eines Programms zu untersuchen,
  32. und es an seine Bedürfnisse anzupassen</h3>
  33. <p>
  34. <em>
  35. Rechtliche oder praktische Einschränkungen der Einsicht in die
  36. Programmfunktion oder der Veränderbarkeit eines Programms, wie der
  37. zwingende Erwerb spezieller Lizenzen, die Unterzeichnung eines
  38. Stillschweigeabkommens oder - bei Programmiersprachen, die mehrere
  39. Formen der Repräsentation bieten - die Zurückhaltung der
  40. üblicherweise bevorzugten Bearbeitungsform („Quellcode“) machen es
  41. ebenfalls proprietär (unfrei). Ohne die Freiheit, ein Programm zu
  42. ändern, bleiben die Anwender vom Wohlwollen eines einzigen Anbieters
  43. abhängig.
  44. </em>
  45. </p>
  46. </li>
  47. <li>
  48. <h3>Die Freiheit, Kopien weiterzugeben und damit seinen Mitmenschen zu
  49. helfen</h3>
  50. <p>
  51. <em>
  52. Software kann praktisch ohne Kosten kopiert und weitergegeben
  53. werden. Das Verbot, ein Programm an eine Person weiterzugeben, die
  54. es braucht, macht dieses Programm unfrei. Die Weitergabe kann
  55. wahlweise auch gegen ein Entgelt erfolgen.
  56. </em>
  57. </p>
  58. </li>
  59. <li>
  60. <h3>Die Freiheit, ein Programm zu verbessern, und die Verbesserungen
  61. an die Öffentlichkeit weiterzugeben, sodass die gesamte
  62. Gesellschaft profitiert.</h3>
  63. <p>
  64. <em>
  65. Nicht jeder ist in allen Bereichen ein guter Programmierer. Manche
  66. Leute können überhaupt nicht selbst programmieren. Diese Freiheit
  67. erlaubt jenen, die nicht die Zeit oder die Fähigkeit haben, ein
  68. Problem selbst zu lösen, indirekt von der Freiheit, ein Programm zu
  69. ändern, Gebrauch zu machen. Auch das kann gegen ein Entgelt
  70. geschehen.
  71. </em>
  72. </p>
  73. </li>
  74. </ul>
  75. <p>
  76. Diese Freiheiten sind Rechte, keine Pflichten, auch wenn die Beachtung
  77. dieser Freiheiten der Gesellschaft von Zeit zu Zeit eine Verpflichtung
  78. für den Einzelnen darstellt. Jede Person kann wählen, auf die
  79. Freiheiten zu verzichten oder sie in Anspruch zu nehmen. Insbesondere
  80. ist es wichtig zu verstehen, dass Freie Software kommerzielle Anwendung
  81. nicht ausschließt. Wenn ein Programm kommerzielle Anwendung und
  82. kommerzielle Verbreitung nicht zulässt, ist es nicht Freie Software. In
  83. der Tat gründet eine wachsende Anzahl von Unternehmen ihr
  84. Geschäftsmodell vollständig oder zumindest teilweise auf Freie
  85. Software, einschließlich einige der größten proprietären
  86. Softwarehersteller. Freie Software erlaubt, Hilfe und Unterstützung
  87. anzubieten, sie erzwingt es aber nicht.
  88. </p>
  89. <h2 id="terminology">Terminologie</h2>
  90. <p>
  91. In der deutschen Sprache besteht eine starke Verwechslungsgefahr
  92. zwischen „frei“ im Sinne von „Freiheit“ und „frei“ im Sinne von
  93. „kostenlos". In andere Sprachen übersetzt wird „Freie Software“ zu
  94. „logiciels libre“ auf französisch, „software libre“ auf spanisch,
  95. „software libero“ auf italienisch, „fri software“ auf dänsich, oder
  96. was auch immer das entsprechende Äquivalent für „Freiheit“ ist.
  97. </p>
  98. <br/>
  99. <h3>Open Source</h3>
  100. <br/>
  101. <p>
  102. Am 3. Februar 1998, aufgerüttelt von Netscapes Ankündigung, ihren
  103. Browser als Freie Software weiterzugeben, traf sich eine Gruppe von
  104. Leuten in Palo Alto in Silicon Valley und schlug vor, eine
  105. Marketing-Kampagne für Freie Software zu starten und dafür den Ausdruck
  106. „Open Source“ zu verwenden. Das Ziel war eine schnelle
  107. Kommerzialisierung der Freien Software und die Akzeptanz Freier
  108. Software durch Unternehmen und Kapitalgeber der boomenden „New
  109. Economy". Als Mittel zu diesem Zweck wurde die bewusste Entscheidung
  110. getroffen, sämtliche langfristigen Überlegungen zu Freier Software
  111. (wie Philosophie, Ethik und gesellschaftliche Effekte) beiseite zu
  112. lassen, da befürchtet wurde, diese würden Hindernisse für die schnelle
  113. Akzeptanz in der Wirtschaft darstellen. Sie schlugen vor, sich
  114. ausschließlich auf die technischen Vorteile zu
  115. konzentrieren<a class="fn" href="#fn">1</a>.
  116. </p>
  117. <p>
  118. Obwohl er oft wohlmeinend von Leuten verwendet wird, die sich auf das
  119. beziehen, wofür Freie Software steht, hat der Begriff „Open Source“ -
  120. ursprünglich im Sinne von Lizenzen und Umsetzung gleichwertig mit
  121. Freier Software definiert - eine abwertende Verwendung erfahren.
  122. Heutzutage wird er für alles verwendet, was irgendwo zwischen Freier
  123. Software und dem hochgradig proprietären „Governmental Security
  124. Program“ (GSP) von Microsoft liegt<a class="fn" href="#fn">2</a>.
  125. </p>
  126. <p>
  127. Mehr über dieses Thema erfahren Sie auch auf der Seite unserer Kampagne
  128. „<a href="/documents/whyfs.html">Wir sprechen von Freier Software</a>“.
  129. </p>
  130. <br/>
  131. <h3>Libre Software</h3>
  132. <br/>
  133. <p>
  134. Als die Europäische Kommission begann, sich regelmäßig mit Freier
  135. Software zu beschäftigen, versuchten sie, die Zweideutigkeit von „Freier
  136. Software“ und die Missverständnisse rund um „Open Source“ gleichermaßen
  137. zu vermeiden, und griffen auf einen Begriff zurück, der seit 1992 immer wieder
  138. auftauchte: „Libre Software". Dieser Ausdruck hat sich widerstandsfähig
  139. gegen abwertende Verwendung gezeigt und wird immer noch als Synonym für
  140. Freie Software verwendet. So könnte das eine Lösung für jene sein, die
  141. befürchten, mit dem Begriff der „Freien Software“ missverstanden zu
  142. werden.
  143. </p>
  144. <h2 id="fn">Fußnoten</h2>
  145. <ol>
  146. <li>Siehe
  147. <a href="http://web.archive.org/web/20021217003716/http://www.opensource.org/advocacy/faq.html">die OSI
  148. FAQ</a>:
  149. <em>
  150. How is "open source" related to "free software"? The Open Source
  151. Initiative is a marketing program for free software. It's a pitch for
  152. "free software" on solid pragmatic grounds rather than ideological
  153. tub-thumping. The winning substance has not changed, the losing
  154. attitude and symbolism have.
  155. </em> Abgesehen von diesem eher unfreundlichen FAQ-Punkt haben die OSI und
  156. ihre Unterstützer den Begriff „Freie Software“ im Allgemeinen vermieden.
  157. </li>
  158. <li>
  159. Im Rahmen dieses Programms bezahlen Regierungen und
  160. Regierungsorganisationen maßgebliche Beträge für einen oberflächlichen
  161. Blick auf Teile des Windows-Quellcodes in speziellen Einrichtungen von
  162. Microsoft. Das mag das Sicherheitsgefühl erhöhen, ist aber im
  163. wesentlichen nutzlos - vor allem da sie nicht einmal wissen, ob das was
  164. sie sehen, wirklich auch das ist, was auf ihren Computern installiert
  165. ist. Und natürlich gibt es ihnen auch keine Freiheit.
  166. </li>
  167. </ol>
  168. <div class="related">
  169. <h2>Verwandte Inhalte</h2>
  170. <ul>
  171. <li>
  172. <a href="/freesoftware/basics/comparison.html">Ein Vergleich der
  173. verschiedenen Begriffe für Freie Software (Open Source, FOSS, FLOSS
  174. etc.)</a>
  175. </li>
  176. <li>
  177. <a href="/documents/whyfs.html">Warum wir von Freier Software sprechen</a>
  178. </li>
  179. <li>
  180. <a href="/freesoftware/basics/sourcecode.html">Was ist ein „Quellcode“?</a>
  181. </li>
  182. <li>
  183. <a href="/activities/os/os.html">Was sind „offene Standards“?</a>
  184. </li>
  185. <li>
  186. <a href="/freesoftware/basics/4freedoms.html">Wie man Kindern die vier Freiheiten Freier Software erklärt</a>
  187. </li>
  188. <li>
  189. <a href="/freesoftware/basics/gnuproject.html">Was ist das „GNU-Projekt“?</a>
  190. </li>
  191. <li>
  192. <a href="/freesoftware/transcripts/rms-2009-05-22-eliberatica.html">Vortrag von Richard Stallman über die Wichtigkeit und Bedeutung Freier Software</a>
  193. </li>
  194. <li>
  195. <a href="/freesoftware/transcripts/rms-fs-2006-03-09.html">Vortrag von Richard Stallman über die Freie-Software-Bewegung und die Zukunft der Freiheit</a>
  196. </li>
  197. </ul>
  198. </div>
  199. </body>
  200. <timestamp>$Date$ $Author$</timestamp>
  201. </html>
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