From f4890341ded7feeace5f5a337069f0430ae1cfb7 Mon Sep 17 00:00:00 2001
From: mk Das Ziel der FSFE ist es sicherzustellen, dass die Eigentümer von IT-Geräten
+ Das Ziel der FSFE ist, sicherzustellen dass die Eigentümer von IT-Geräten
permanent die volle und alleinige Verfügungsgewalt über ihre IT-Geräte innehaben.
-Dieses grundlegende Prinzip wird in letzter Zeit herausgefordert."Secure Boot": Wer wird Ihren nächsten Computer kontrollieren?
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Mit der Funktion "Secure Boot", die ab 2012 in Computern eingesetzt wird, -streben Hersteller von IT-Hardware und Software danach, in eine Position zu gelangen -in der sie permanent die IT-Geräte kontrollieren die sie produzieren. Daher +
Mit der Funktion "Secure Boot", die ab 2012 in Computern Einzug hält, +streben Hersteller von IT-Hardware und Software danach, sich in eine Position zu bringen +in der sie dauerhaft die IT-Geräte kontrollieren, die sie produzieren. Daher werden solche Geräte aus Sicht der Hersteller "sicher" sein, aber nicht unbedingt aus Sicht des Eigentümers: Der Eigentümer kann als Gegner behandelt werden. Durch das Verhindern von -Einsatzmöglichkeiten, die der Hersteller nicht beabsichtigt, kann er verhindern -und beschränken für was die Universalmaschine Computer (z.B. ein PC, Laptop, Notebook) -genutzt werden könnte. Im Falle von IT-Geräten mit Internetzugang kann er -diese Benutzungsbeschränkungen zu jeder Zeit verändern, ohne überhaupt erst den -Gerätebesitzer zu informieren. Infolgedessen können IT-Hersteller nach ihrem Belieben -allgemeine Rechte entziehen, die Eigentümer von Produkten gewöhnlich empfangen.
+Einsatzmöglichkeiten, die der Hersteller nicht vorsieht, kann er beschränken und +verhindern wozu die Universalmaschine Computer (z.B. ein PC, Laptop, Notebook) +genutzt werden kann. Im Falle von IT-Geräten mit Internetzugang kann er +diese Benutzungsbeschränkungen zu jeder Zeit verändern, sogar ohne den +Geräteeigentümer zu informieren. Infolgedessen können IT-Hersteller nach ihrem Belieben +grundlegende Rechte entziehen, die Eigentümer von Produkten gewöhnlich erhalten. -Wenn IT-Geräte eingeschaltet werden, führen sie einen Startprozess aus, der Booten genannt wird. Im Falle eines Computers beinhaltet dieser Startprozess -das Ausführen von Firmware. Diese Firmware wiederum startet ein anderes Programm, -genannt Bootloader, der dann das tatsächliche Betriebssystem startet, durch das -Programme gestartet werden können. Im Jahr 2012 wird der industrieweite Übergang -bei der Firmware von PCs, Notebooks, Server und anderen Computern vom konventionellen +das Ausführen von einer sogenannten "Firmware". Diese Firmware wiederum startet ein anderes +Programm, genannt "Bootloader", der dann das tatsächliche Betriebssystem lädt, mittels dem dann +Anwendungsprogramme ausgeführt werden können. Im Jahr 2012 wird der industrieweite Übergang +bei der Firmware von PCs, Notebooks, Server und anderen Computern vom klassischen BIOS zu UEFI -nahezu komplett sein. Verglichen mit dem konventionellen BIOS hat UEFI mehrere -Vorteile, wie z.B. schnellerer Startvorgang, betriebssystemunabhängige Treiber und -das Versprechen erweiterter Sicherheit.
+nahezu abgeschlossen sein. Verglichen mit dem klassischen BIOS hat UEFI mehrere +Vorteile, wie z.B. eine kürzere Startdauer, betriebssystemunabhängige Treiber und +das Versprechen höherer Sicherheit.Der Sicherheitsaspekt wird von einer Funktion namens "Secure Boot" abgedeckt. Seit UEFI 2.3.1 (veröffentlicht am 8. April 2011) stellt "Secure Boot" sicher, -dass während des Startprozesses nur Software ausgeführt wird, die mit einer -der voreingesetzten kryptographischen Signaturen übereinstimmt. Damit wird -verhindert, dass während des Startvorgangs des Computers ungewollte Software -ausgeführt wird, indem jede Softwarekomponente (verschiedene Abschnitte der -UEFI-Firmware, der Bootloader und der Betriebssystemkernel, etc.) +dass während des Startprozesses ausschließlich Software ausgeführt wird, die mit einer +der vorinstallierten kryptographischen Signaturen übereinstimmt. Damit wird +verhindert, dass während des Startvorgangs des Computers unerwünschte Software +ausgeführt wird, indem jede Softwarekomponente (verschiedene Teile der +UEFI-Firmware, der Bootloader, der Betriebssystemkernel, usw.) kryptographisch verifiziert wird, bevor sie gestartet wird. Deshalb müssen die -zu benutzenden kryptographischen Signaturen in die UEFI Signaturdatenbank jedes -IT-Gerätes, das mit "Secure Boot" ausgestattet ist, eingesetzt werden, +zu benutzenden kryptographischen Signaturen in die UEFI-Signaturdatenbank jedes +IT-Gerätes, das mit "Secure Boot" ausgestattet ist, installiert werden, bevor eine kryptographisch signierte Softwarekomponente auf dieser spezifischen Maschine gestartet werden kann.
-Die FSFE erwartet, dass die weite Mehrheit der Computerhersteller "Secure Boot"
-implementieren wird, da Microsoft
+ Die FSFE erwartet, dass die große Mehrheit der Computerhersteller "Secure Boot"
+implementieren wird, da Microsoft
angekündigt hat, dass Computerhersteller UEFI implementieren müssen, wenn
-sie für die Geräte die sie bauen eine Windows 8 Zertifizierung erhalten wollen,
-z.B. um das "Compatible with Windows 8"-Logo zu verwenden.
Unsere Gesellschaft hat durch die Entwicklung des Computers über die letzten -Jahrzehnte hin zu einer universellen Maschine ein leistungsfähiges Werkzeug -erschaffen, mit dem man alle möglichen Aufgaben erledigen kann. Nun haben -IT-Hersteller entdeckt, dass sie wirtschaftliche Interessen darin haben -könnten, willkürlich die Fähigkeiten dieser Maschinen zu beschränken. Mit +Jahrzehnte zu einer Universalmaschine ein leistungsfähiges Werkzeug +geschaffen, mit dem alle möglichen Aufgaben von einer einzigen Maschine ausgeführt +werden können. Nun haben IT-Hersteller herausgefunden, dass sie wirtschaftliche Interessen haben +können willkürlich die Fähigkeiten dieser Maschinen zu beschränken. Mit "Secure Boot" wird es Eigentümern von IT-Geräten nicht möglich sein, unabhängig -über den Gebrauch ihrer Maschinen zu entscheiden, da sie nicht bestimmen -können, welche Software gestartet werden soll.
+über den Gebrauch ihrer Maschinen zu entscheiden, da sie nicht frei bestimmen +können, welche Software ablaufen können soll. -Die Instanz, die kontrolliert welche Software auf einem Gerät ausgeführt -werden kann und somit die Funktionen eines Geräts bestimmt, hat letztendlich -Kontrolle über alle Daten, die vom Gerät verarbeitet und gespeichert werden. -Das könnte zur Folge haben, dass der Eigentümer des IT-Geräts nicht mehr die -alleinige Verfügungsgewalt über seine Daten hat.
+Die Instanz, die letztendlich kontrolliert welche Software auf einem Gerät ausgeführt +werden kann und somit die konkreten Funktionen eines Geräts festlegt, hat schließlich +die Kontrolle über alle Daten, die vom Gerät verarbeitet und gespeichert werden. +Das kann zur Folge haben, dass der Eigentümer des IT-Geräts nicht mehr die +alleinige Verfügungsgewalt über seine eigenen Daten innehat.
Gegenwärtig begründen viele ihre Analysen auf der Situation von UEFI -zu den "Windows 8 Hardware Certification Requirements", herausgegeben von -Microsoft im Dezember 2011. Es versteht sich, dass Microsoft keine Versionen -dieser Hardwarezertifizerungsvorgaben öffentlich machen musste bzw. muss, da +
Gegenwärtig begründen viele ihre Analyse der Situation in Bezug auf UEFI +auf den "Windows 8 Hardware Certification Requirements", von Microsoft im Dezember 2011 +herausgegeben. Es versteht sich von selbst, dass Microsoft keine Versionen +dieser Hardware-Zertifizierungsvorgaben öffentlich machen musste bzw. muss, da sie die Grundlage für einen individuellen Vertrag zwischen Microsoft und -jedem Hardwarehersteller bildet, der Microsofts Windows 8 Zertifizierung für +jedem Hardwarehersteller bilden, der Microsofts Windows 8 Zertifizierung für seine Geräte erhalten will. Daher können sich die "Windows 8 Hardware Certification Requirements" jederzeit ohne öffentliche Bekanntmachung ändern, oder bestimmte Details für die Logo-Zertifizierung können sich zwischen Herstellern unterscheiden: -Alles passiert nach Microsofts Willen und meistens hinter geschlossenen Türen. +Alles passiert nach Microsofts Willen und größtenteils hinter geschlossenen Türen. Deshalb kann sich niemand auf die veröffentlichten Versionen der "Windows 8 Hardware Certification Requirements" verlassen, sondern die Angaben bezüglich "Secure Boot" als ein "bewegliches Ziel" betrachten.
-Also ist das Problem von "Secure Boot" nicht beschränkt auf "verbundene -Stand-By Systeme" (wahrscheinlich in Zukunft ein großer Teil auf dem Markt +
Also ist das Problem von "Secure Boot" nicht beschränkt auf "Connected +Standby Systems" (wahrscheinlich ein großer Teil des zukünftigen Markts von Notebooks, Netbooks und PCs) und Computern basierend auf ARM-Mikroprozessoren -(hauptsächlich Tablets und Mobiltelefone), sondern kann von Microsoft jederzeit +(hauptsächlich "Tablets" und Mobiltelefone), sondern kann von Microsoft jederzeit auf jede Art von Gerät erweitert werden. Genauso können Hersteller, die keine Geräte für Windows 8 herstellen, UEFI "Secure Boot" oder andere Startprozesse -einsetzen, die mit Hilfe von kryptographischen Signaturen eingeschränkt werden. -TiVo betreibt dies seit einem Jahrzehnt und verschiedene Spielekonsolen, von -Sony bis Microsoft, benutzen ebenfalls kryptographisch eingeschränkte +einsetzen, die mit Hilfe von kryptographischen Signaturen beschränkt werden. +TiVo tut dies seit einem Jahrzehnt und verschiedene Spielkonsolen, von +Sony bis Microsoft, benutzen ebenfalls kryptographisch beschränkte Startprozesse. Andere Gerätehersteller könnten Spezifikationen oder Vorgaben -ähnlich zu den "Windows 8 Hardware Certification Requirements" einsetzen, um +ähnlich den "Windows 8 Hardware Certification Requirements" einsetzen, um die Einsatzmöglichkeiten von IT-Geräten künstlich zu begrenzen.
-Während die UEFI "Secure Boot"-Spezifikation (sowie die Spezifikationen -der Trusted Computing Group, die "Trusted Boot" festlegen) den primären Startprozess +der Trusted Computing Group, die "Trusted Boot" definieren) den primären Startprozess bis hin zum Betriebssystemkernel abdecken, ist die Infrastruktur zur Erweiterung -der Signaturüberprüfung aller auf einem Computer befindlichen Software -ausgereift und läuft auf verschiedenen Betriebssystemen. Aber neben Windows 8 -wird es gegenwärtig nur bei Gerätetreibern für Windows erzwungen.
+der Signaturprüfung aller auf einem Computer ablaufenden Software +ausgereift und funktionierend in mehreren Betriebssystemen vorhanden. Aber neben Windows 8 +wird es zur Zeit nur bei Gerätetreibern für Windows erzwungen. -Wenn alle diese Maßnahmen unter alleiniger Kontrolle der Gerätebesitzer -wären, würden diese in ihrem besten Interesse sein, da sie helfen die Sicherheit -des Startprozesses zu verbessern, der heutzutage hauptsächlich ungesichert ist. -Das wäre dann der Fall, wenn die vom UEFI Forum und der Trusted +
Wenn all diese Maßnahmen unter alleiniger Kontrolle der Geräteeigentümer +stünden, könnten sie in ihrem besten Interesse sein, da sie helfen die Sicherheit +des Startprozesses zu verbessern, der bis heute weitgehend ungesichert ist. +Das wäre der Fall, wenn die vom UEFI-Forum und der Trusted Computer Group (TCG) spezifizierten Sicherheitssubsysteme dem Eigentümer permanente, volle und alleinige Verfügungsgewalt über die Konfiguration und Verwaltung -dieser Sicherheitssubsysteme geben würde, was die Erstellung, Speicherung, +dieser Sicherheitssubsysteme technisch gewährleisteten, was die Erstellung, Speicherung, Benutzung und Löschung der kryptographischen Schlüssel, Zertifikate und -Signaturen beinhaltet. Aber sobald andere Instanzen neben dem Eigentümer des -Gerätes diese Sicherheitssubsysteme nutzen können, ermöglicht ihnen das, +Signaturen einschließt. Aber sobald andere Instanzen neben dem Geräteeigentümer +diese Sicherheitssubsysteme nutzen können, ermöglicht das ihnen, unbeabsichtigte oder einfach unvorhergesehene Nutzungsformen dieser IT-Geräte -auszuschließen.
+zu unterbinden. -Daher könnte mit der Implementierung von "Secure Boot", die Verfügbarkeit -von wahren Universalcomputern unter voller Kontrolle ihrer Eigentümer stark -herabgesetzt sein. Geräte, die bedeutsam durch Maßnahmen wie "Secure Boot" unter -Firmenkontrolle eingeschränkt sind, werden gewöhnlicherweise Appliances -oder Eingebettetes System genannt (z.B. Mediencenter, Telefone, Bookreader). -Deshalb werden zumindest einige Geräte mit Windows 8 eher eine Windows-Appliance -als einen gebräuchlichen Computer darstellen. Während es für solche Appliances -einen Markt geben mag, fordert die FSFE, dass eingeschränkte IT-Geräte, die -nach dem Muster einer Firma arbeiten, klar gekennzeichnet werden, damit ein -möglicher Käufer ordentlich informiert wird.
+Daher kann mit der Implementierung von "Secure Boot" die Verfügbarkeit +von echten Universalcomputern unter voller Kontrolle ihrer Eigentümer stark +reduziert werden. Durch Maßnahmen wie "Secure Boot" unter Kontrolle einer Firma +signifikant beschränkte Geräte, werden gewöhnlicherweise "Appliances" +oder "Embedded Systems" genannt (z.B. "Media Centers", Telefone, "E-Bookreader"). +Deshalb werden zumindest einige Geräte mit Windows 8 eher eine "Windows-Appliance" darstellen, +als einen gebräuchlichen Computer. Während es für solche Appliances +einen Markt geben mag, fordert die FSFE, dass IT-Geräte, die auf von einer Firma vorgesehenen +Nutzungsmodelle beschränkt sind, eindeutig gekennzeichnet werden, um potentielle Käufer ordentlich +zu informieren.
Personen, die Ahnung in der IT haben, denken womöglich, dass sie solche -Maßnahmen bereits gesehen haben und die meisten davon geknackt wurden. Das war -der Fall in verschiedenen Modellen der PlayStation und Xbox Spielekonsolen, +
IT-affine Personen, denken womöglich, dass sie solche +Maßnahmen bereits gesehen haben, und die meisten davon wurden geknackt. Das war +der Fall bei verschiedenen Modellen der PlayStation- und Xbox-Spielkonsolen, sowie bei vielen neueren Mobiltelefonen. Dieses Mal aber ist die Qualität und der Umfang größer:
Obwohl viele ähnliche Benutzungseinschränkungen in der Vergangenheit geknackt wurden, zeigt dies nur, dass ihre technischen Implementationen mangelhaft und offen für Schadsoftware waren und daher nicht die "Sicherheit" bereitstellten, für die -sie ausgelegt wurden. Obgleich dies auch für einige "Secure Boot"-Implementierungen +sie ausgelegt wurden. Obgleich dies wahrscheinlich auch für einige "Secure Boot"-Implementierungen gelten wird, kann das Brechen dieser Mechanismen niemals eine Lösung der -freiheitlichen Probleme oder dem Mangel an Steuerbarkeit durch den Gerätebesitzer -darstellen.
+Probleme mit den Freiheiten des Eigentümers oder dem Mangel an Kontrollierbarkeit +durch den Geräteeigentümer darstellen.Um ein anhaltendes Wachstum in der Entwicklung und Benutzung von Software -aufrecht zu erhalten, ist eine breite Verfügbarkeit von universellen Computern -von kritischer Bedeutung.
+Um anhaltendes Wachstum in der Entwicklung und Nutzung von Software +aufrecht zu erhalten, ist eine breite Verfügbarkeit von Universalcomputern +entscheidend.
-Die FSFE fordert, dass Käufer vor dem Erwerb eines Gerätes umfassend über -die technischen Maßnahmen, die in diesem Gerät implementiert sind, informiert -werden, sowie über die sich ergebenden genauen Nutzungseinschränkungen und -die Konsequenzen für den Eigentümer.
+Die FSFE fordert: Käufer müssen vor dem Erwerb eines Gerätes klar und +deutlich auf die in diesem Gerät implementierten technischen Maßnahmen, sowie +über die genauen Nutzungsschranken und die Konsequenzen für den Eigentümer +hingewiesen werden.
Zudem empfiehlt die FSFE dringend ausschließlich IT-Geräte zu erwerben, die -ihrem Eigentümer permanent die volle und alleinige Verfügungsgewalt über die -Sicherheitssubsysteme (z.B. signaturbasierte Benutzungseinschränkungen) gewähren, -damit die Fähigkeit beibehalten wird, beliebige Software zu installieren -und schließlich die exklusive Kontrolle über die eigenen Daten gesichert ist.
+ihrem Eigentümer permanent die volle und alleinige Verfügungsgewalt über +Sicherheits-Subsysteme (z.B. signaturbasierte Nutzungsschranken) gewähren, +damit die Fähigkeit beibehalten wird beliebige Software zu installieren +und letztendlich die exklusive Kontrolle über die eigenen Daten sicher zu stellen. @@ -220,5 +219,8 @@ und schließlich die exklusive Kontrolle über die eigenen Daten gesichert ist.<