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2013-08-04 Martin Gollowitzer <gollo@fsfe.org>

* German version of 201308 newsletter

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<title>FSFE Newsletter - August 2013</title>
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<h1>FSFE Newsletter - August 2013</h1>
<h2>Proprietäre Anbieter fordern Europäische Kommission zu restriktiven
Geschäftsmodellen auf</h2>
<p>Weil Android kostenlos und Freie Software ist, kann die unfreie
Softwarekonkurrenz nicht damit im Wettbewerb stehen, deswegen hat der Markt
weniger Alternativen zu bieten und deswegen leidet der Konsument unter
mangelndem Wettbewerb. Dies ist die Argumentation der "FairSearch"-Koalition in
Kurzform. Im wesentlichen wird die Europäische Kommission darum gebeten, ein
restriktives Geschäftsmodell einem liberalen vorzuziehen, das genau das
Gegenteil davon darstellt, was von Wettbewerbshütern getan werden sollte, um
einen gerechten Markt zu entwickeln.</p>
<p>Die Europäische Kommission dazu aufzufordern, Freie Software lahmzulegen, um
prorietären Anbietern zu gestatten, ihre geschlossenen Systeme verkaufen können,
ist absurd. Daher hat die FSFE einen Brief an die Europäische Kommission
geschrieben, um den Behauptungen zu widersprechen und deutlich zu machen, dass
Freie Software ausschlaggebend für einen wettbewerbsfähigen IT-Markt ist. In
unserem Brief bitten wir die Europäische Kommission, die unbegründeten
Behauptungen der "FairSearch"-Koalition bezüglich Preisdumping abzuweisen und
ihnen keinen Raum in zukünftigen Entscheidungen zu gewähren. Für weitere
Informationen: Unser juristischer Beirat Carlo Piana hat einen
Hintergrundartikel zu diesem Fall verfasst.</p>
<h2>Wahlsoftware: Programmcode verfügbar, aber keine Freie Software</h2>
<p>Estland benutzt seit dem Jahr 2005 Internetabstimmungen für Nationalwahlen.
Lokale Aktivisten haben es kürzlich geschafft, das NEC davon zu überzeugen, den
Programmcode für einige der Softwares unter einer nicht-freien Lizenz zu
veröffentlichen, aber diese Lizenz verbietet die Weiterverbreitung von
abgeleiteten Entwicklungen oder die kommerzielle Benutzung und daher ist sie
nicht-frei. Nebenbei bleiben "wichtige Systemkomponenten vollständig unbekannt
für die Allgemeinheit. Eine dieser Komponenten ist die benutzerseitige
Abstimmungsanwendung, welche auf dem Computer des Wählers heruntergeladen und
ausgeführt werden muss", sagt Heiki Ojasild, Fellowship-Vertreter in der
FSFE-Generalversammlung, in unserer Presseveröffentlichung, die unserem Offenen
Brief an Estlands Nationales Wahlkommittee (NEC) bezüglich des nationalen
Internetabstimmungssystem beiliegt.</p>
<p>Ähnlich in Norwegen: Paul Boddie berichtet über die Norwegische Wahl und die
Illusion von "Open Source", wo die veröffentlichte Software ausschließlich
"Test, Überprüfung oder Evaluation des Codes" zulässt, kommerzielle Zwecke
beschränkt und für viele Dinge eine "schriftliche Bestätigung" der Anbieter
erfordert wird.</p>
<h2>NSA-Leaks motivieren Frei-Software-Aktivisten</h2>
<p>Seit nahezu zwei Jahrzehnten setzen sich die Free Software Foundations für
eine Gesellschaft ein, in der die Macht über Technologie (TODO: gleichmäßig)
verteilt ist. Wir arbeiten für eine Welt, in der niemand andere davon abhalten
kann, die Funktionsweise von Computern zu erlernen. Eine Welt, in der
Programmierer miteinander statt gegeneinander arbeiten können. Niemand sollten
dazu gezwungen werden, eine bestimmte Art Software nutzen zu müssen, ohne dazu
in der Lage zu sein, sie auf seine eigenen Bedürfnisse anzupassen, anstatt sich
selbst an die Software anpassen zu müssen. Jeder sollte dazu in der Lage sein
dürfen, Software zu untersuchen und zu verstehen, was genau ein Programm tut und
was mit seinen Daten geschieht.</p>
<p>Die Freie-Software-bewegung hat eine ganze Menge Software geschrieben, welche
unsere Privatsphäre respektiert, einschließlich Verschlüsselungs- und
Anonymisierungssoftware. Die FSFE hat auf Offene Standards gedrängt, um Monopole
zu verhindern, indem verschiedene Softwares mit anderen kompatibel sind. Wir
unterstützen dezentralisierte Systeme, damit kein einzelner Punkt in unserer
Infrastruktur existiert, welcher zu viel Macht besitzt, sodass Sie in der Lage
sind, Daten in einem vertrauenswürdigen Umfeld zu speichern.</p>
<p>Es scheint, dass die NSA-Leaks der letzten zwei Wochen den Willen der
Freie-Software-Gemeinschaft darin gestärkt haben, den Kampf für unsere
Freiheiten in der digitalen Gesellschaft weiterzuführen. Mehr Leute hören auf
Freie-Software-Programmierer und -Aktivisten, mehr Leute fordern
Freie-Software-Lösungen, mehr Leute nutzen Freie Software, um ihre Privatsphäre
zu schützen und immer mehr Leute würdigen die Arbeit von
Freie-Software-Entwicklern. Eva Galperin von der EFF sagt zum Beispiel in ihrer
Grundsatzrede bei der Konferenzakademie von KDE: "Hilf uns, Freie Software, du
bist unsere letzte und einzige Hoffnung". Sie bat Freie-Software-Entwickler,
neue Produkte zu erstellen und "uns zu retten"! Und wie Sie weiter unten sehen
werden, wird die Freie-Software-Bewegung das auch weiterhin tun. </p>
<h2>Etwas völlig anderes</h2>
<ul>
<li>Privatsphäre ist ein grundlegendes Menschenrecht und zentral zur Erhaltung
von demokratischen Gesellschaften. Die FSFE stimmt mit über 100 anderen
Organisationen in der Forderung überein, dass Staaten Menschenrechte
respektieren und ihren Überwachungsapparat unter demokratische Kontrolle
bringen sollen. Nach mehr als einem Jahr in der Mache sind die Forderungen nun
relevanter als je zuvor. Die FSFE hat außerdem einen Offenen Brief zum Stop
von Überwachung unterschrieben, welcher zwölf politische Schritte vorschlägt,
unter anderem die Entwicklung und Förderung von Freier Software für digitale
Selbstverteidigung.</li>
<li>Die FSFE hat einen Leak von Dokumenten kommentiert, welche zeigen, wie
Microsoft aktiv mit der NSA kooperiert.</li>
<li>Gemeinsam mit der Open Rights Group haben wir einen Offenen Brief an
Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments, verfasst. Herr Schulz
wurde kürzlich darum ersucht, eine Studie über Transparenz innerhalb des
Parlaments in Auftrag zu geben. In unserem Brief haben wir Herrn Schulz unsere
Hilfe in diesem Bemühen angeboten und einige Fragen vorgeschlagen, etwa ob das
Parlament verpflichtet ist, den Quellcode von genutzter Software zu
veröffentlichen.</li>
<li>Nachrichten über Freie Software in der Bildung sind wieder da: Guido
Arnold hat zusammengefasst, was im Bildungssektor während April, Mai und Juni
geschehen ist. Er hat außerdem die relevanten Teile des
Informationsgesellschafts-Weltgipfels der UNESO-Konferenz
zusammengefasst.</li>
<li>Ubuntu versucht 32 Millionen Dollar über Crowdfunding zusammen zu bekommen
um Ubuntu Edge zu produzieren, einen Mobilcomputer, der in Android und in
Ubuntu GNU/Linux starten kann. <a href="/about/fsfnetwork.html">Unsere
Schwesterorganisation</a>, die FSF, stellt die wesentliche Frage: <a
href="https://www.fsf.org/blogs/community/will-ubuntu-edge-commit-to-using-only-free-software">Wird
Ubuntu Edge sich zur ausschließlichen Verwendung Freier Software
bekennen?</a>. Paul Boddie, Fellow und Betreuer des <a
href="http://wiki.fsfe.org">Fellowship Wiki</a>, hat sich näher mit der Frage
befasst ob <a href="https://blogs.fsfe.org/pboddie/?p=366">Ubuntu Edge es
sogar schwerer für offene Hardware macht?</a></li>
<li>Daneben <a
href="https://www.defectivebydesign.org/new-internationalist-drm-free-label-guide-additions">berichtet
unsere Schwesterorganisation, dass der <em>New Internationalist</em> nun das
DRM-frei-Label einsetzt</a> und über 50 andere zum DRM-frei-Führer
hinzugefügt wurden.</li>
<li>Aus der öffentlichen Verwaltung: Schüler und Lehrer an <a
href="http://joinup.ec.europa.eu/community/osor/news/open-source-tablets-and-pcs-schools-brussels-region">160
Mittelschulen in der Region Brüssel haben begonnen Freie Software</a> wie
LibreOffice oder Mozilla Thunderbird auf PCs und Tablets einzusetzen. Mehreren
Berichten zu Folge <a
href="http://joinup.ec.europa.eu/community/osor/news/extensive-open-source-use-frances-ministry-agriculture">nutzt
Frankreichs Landwirtschaftsministerium umfassend Freie Software</a>: 2012 gab
es beispielsweise 174,000 Euro für Support für Freie Software aus. Zusätzliche
Neuigkeiten aus Frankreiche: Lucile schrieb über <a
href="https://blogs.fsfe.org/lucile.falg/2013/06/28/zombie-free-software-provision-update/">Zombie-freie
Software Bereitstellung</a> -- ein Freie Software Gesetz für Frankreichs
Hochschulen -- und wie man Politiker kontaktiert.</li>
<li>Für jene unter Euch, die Vorträge auf Konferenzen halten: LWN bietet nun
einen praktischen <a
href="https://lwn.net/Calendar/Monthly/cfp/2013-08/">Kalender, um
Präsentationsmaterialien zu sammeln</a>.</li>
<li>Vom FSFE Planet, der <a href="http://planet.fsfe.org">Sammlung von
Blogeinträgen zur FSFE</a>: </li>
<ul>
<li>Georg Greve, ehemaliger Präsident der FSFE, hat einen Vierteiler über
die Post-PRISM-Gesellschaft geschrieben. Er <a
href="https://blogs.fsfe.org/greve/?p=553">trägt zusammen, was bisher
bewiesen wurde</a>, <a href="https://blogs.fsfe.org/greve/?p=568">was das
für unsere Gesellschaft bedeutet</a>, <a
href="https://blogs.fsfe.org/greve/?p=573">was das für Unternehmen weltweit
bedeutet</a> und <a href="https://blogs.fsfe.org/greve/?p=586">wirft einen
Blick auf Regierungen</a>. Er argumentiert, dass jede Regierung dazu in der
Lage sein sollte, folgende Frage zu beantworten: „Was sind Ihre Regeln für
staatliche Softwareversorgung und digitale Infrastruktur?“ Falls diese Frage
nicht beantwortet werden kann, ist es an der Zeit, sich an die Arbeit zu
machen. Und das bald.</li>
<li>Karsten Gerloff, der Präsident der FSFE, beleuchtet <a
href="https://blogs.fsfe.org/gerloff/2013/07/01/some-things-you-can-do-to-secure-your-communications/">was
wir tun können, um unsere Kommunikation abzusichern</a>, wenn wir zum
Beispiel mit der Politik interagieren.</li>
<li>Werner Koch, Autor von GnuPG und Mitglied der Generalversammlung der
FSFE, hat über <a
href="http://rem.eifzilla.de/archives/2013/07/16/gpg4win-and-the-feds">Gpg4win
und die Geheimpolizei</a> geschrieben, kommentiert einen CT-Artikel, der
GnuPG erwähnt und behauptet, dass nur eine selbst compilierte Version
vertrauenswürdig wäre.</li>
<li>und Kevin Keijzer <a
href="https://blogs.fsfe.org/the_unconventional/2013/06/29/more-work-to-maintain-my-privacy/">dokumentiert,
wie er online seine Privatsphäre wahrt</a>.</li>
<li>Anonymisierungs-Bastler Jens Lechtenboerger <a
href="https://blogs.fsfe.org/jens.lechtenboerger/2013/07/19/how-i-select-tor-guard-nodes-under-global-surveillance/">erklärt,
wie er Tor <em lang="en">Guard Nodes</em> bei globaler Überwachung
auswählt</a> und er veröffentlicht auch den Code davon, wie er die
Situation analysiert hat.</li>
<li>Ein Vorschlag für eine neue verschlüsselte mobile
Nachrichten-Applikation namens <em lang="en">Hemlis</em> erhielt $125.000
über Crowdfunding. Es ist schön zu sehen, dass ambitionierte neue
Software-Projekte Unterstützung aus der Gemeinschaft bekommen, wenn sie
Freie Software sind. Sam Tuke prüft <a
href="https://blogs.fsfe.org/samtuke/?p=564">, ob das bei <em
lang="en">Hemlis</em> wirklich der Fall ist</a>.</li>
<li>Viktor Horvath <a
href="https://blogs.fsfe.org/viktor/archives/62">veröffentlichte das Video
von seinem Vortrag auf der FOSDEM zu <em lang="en">SlapOS</em></a>, einer
dezentralen Freie-Software-Plattform.</li>
<li>Lucile hat <a
href="https://blogs.fsfe.org/lucile.falg/2013/07/19/clear-answers-demanded">einige
Beispiele interessanter Anwendungsfälle von Transparenzregeln</a> im Bezug
auf Freie Software speziell in Frankreich untersucht.</li>
<li>Sollte eine Person durch Nutzungsbedingungen und Verträge gebunden sein,
wenn sie praktisch genötigt wurde, diese zu akzeptieren? Fragen über
Informationstechnologie an Universitäten stellt Paul Boddie in <a
href="https://blogs.fsfe.org/pboddie/?p=197">"Studenten: Vorsicht vor der
akademischen <em lang="en">Cloud</em>!"</a></li>
<li>Neuigkeiten von Martin Gollowitzers <a
href="https://blogs.fsfe.org/gollo/2013/07/06/tracking-for-freedom-cycling-with-the-pros/"
lang="en">"Tracking for Freedom"</a>-Projekt: Er radelt nun mit den
Profis.</li>
<li>Mirko Böhm berichtet von seiner Reise zur <a
href="http://creative-destruction.me/2013/07/10/kde-akademy-and-qt-contributor-summit-in-bilbao-spain/">Akademie
und dem Gipfeltreffen der Qt-Mitarbeiter</a>. Zusammen mit Armijn Hemel hat
er einen Prozess gestartet, um <a
href="http://creative-destruction.me/2013/07/16/qt-project-and-defensive-publications/">defensive
Veröffentlichungen eine Routineangelegenheit von Qt-Veröffentlichungen</a>
zu machen,</li>
<li>und Freie Software Aktivitäten in München haben sich intensiviert.
Christian Kalkhoff und die Münchner Gruppe haben jetzt einen Pavillion
gekauft um <a
href="http://www.softmetz.de/2013/07/16/bericht-vom-treffen-der-muenchner-fsfe-fellows-im-juli/">auf
immer mehr öffentlichen Veranstaltungen präsent sein zu können</a>.</li>
</ul>
</ul>
<h2>Werde aktiv: Hilf bei Crypto-Partys!</h2>
<p>Crypto-Partys werden immer beliebter. Sie locken auch Finanzierungen von
Firmen an, die unfreie Software vertreiben. Eine Firma <a
href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/hacker-lehnen-teletrustt-sponsoring-fuer-cryptopartys-ab-a-912190.html">bot
Organisatoren von Crypto-Partys Geld an, wenn sie auch unfreie Software
erwähnen</a>. Gut, dasss bereits viele ehrenamtliche Helfer der FSFE's die
Organisatoren unterstützen um dabei zu helfen Verschlüsselungssoftware zu
installieren und Teilnehmer über Freie Software aufzuklären.</p>
<p>Bereits viele in der Freie Software-Gemeinschaft verstehen wie
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung funktioniert. Im Moment wollen viele Leute, für die
Freie Software noch neu ist, selbst diese Techniken anwenden. Wenn Du etwas Zeit
hast hilf entweder Freunden, Kollegen oder suche nach lokalen Crypto-Partys und
zeige anderen wie GnuPG für E-Mail-Verschlüsselung, OTR für verschlüsselte
Chats, TOR zum anonymisieren des online-Verhaltens oder Programme wie Jitsi für
verschlüsselte Sprach- und Videokommunikation fiunktionieren!</p>
<p>Vielen Dank an alle <a href="http://fellowship.fsfe.org/join">Fellows</a> und
<a href="donate/thankgnus.html">Spender</a>, die unsere Arbeit ermöglichen,<br/>
<a href="/about/kirschner">Matthias Kirschner </a> - <a
href="http://www.fsfe.org">FSFE</a></p>
<p>-- <br />
<a href="/index.html">Free Software Foundation Europe</a><br />
<a href="/news/news.rss">FSFE Neuigkeiten</a><br />
<a href="/events/events.rss">Kommende FSFE-Veranstaltungen</a><br />
<a href="http://planet.fsfe.org/en/rss20.xml">Fellowship Blog Aggregation</a><br />
<a href="/contact/community.html">Freie-Software-Diskussionen</a> </p>
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<tag>newsletter</tag>
<tag>Matthias Kirschner</tag>
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<timestamp>$Date: 2011-06-06 12:32:19 +0200 (Mon, 06 Jun 2011) $ $Author: mk $</timestamp>
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