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  2. <html newsdate="2010-07-05">
  3. <version>1</version>
  4. <head>
  5. <title>Bundes-CIO wagt Schritt zu IT-Souveränität</title>
  6. </head>
  7. <body>
  8. <h1>Bundes-CIO wagt Schritt zu IT-Souveränität</h1>
  9. <h2> Klarstellung: Marktstandards sind keine proprietären Standards </h2>
  10. <p>Staatsministerin Cornelia Rogall-Grothe, IT-Beauftragte der
  11. Bundesregierung, sagte im Interview mit der Zeitschrift C't (C't 2010 Heft 15, S. 150-51), dass
  12. die Bundesregierung „nur mit <a href="/freesoftware/standards/def.html">offenen Standards</a> weitestgehend
  13. Herstellerunabhängigkeit erreichen und damit Risiken vermeiden [kann]".
  14. Außerdem sei „mit offenen IT-Standards ein Höchtsmaß an
  15. Interoperabilität [erreichbar]".</p>
  16. <p>Für Rogall-Grothe muss ein Standard erstens vollständig publiziert
  17. werden, zweitens uneingeschränkt und dauerhaft genutzt und drittens
  18. nicht durch rechtliche Bestimmungen beschränkt werden dürfen. „Die
  19. Bundesregierung unterstreicht damit: Ein Standards ist nur ein Standard,
  20. wenn auch Freie-Software-Unternehmen ihn ohne rechtliche oder technische
  21. Hindernisse umsetzen dürfen", sagt Matthias Kirschner,
  22. Deutschlandkoordinator der FSFE.
  23. </p>
  24. <p>Des Weiteren stellt Rogall-Grothe klar: Mit Marktstandards sind
  25. keineswegs Standards gemeint, welche den Markt bereits dominieren. „Der
  26. Begriff Marktstandards wird im IT-Staatsvertrag als Gegenbegriff zu den
  27. von der öffentlichen Verwaltung selbst entwickelten Standards genutzt
  28. und nicht als Gegenbegriff zu offenen Standards", so die
  29. Staatssekretärin. Verbindliche Standards sollen in Zukunft aber nur
  30. Offene Standards sein. Der Begriff „Marktstandard" wird oft gegen Offene
  31. Standards und Freie Software verwendet. So <a href="https://blogs.fsfe.org/mk/?p=589">rechtfertigte die sächsische
  32. Landesregierung im Mai ihren Einsatz von proprietären Standards</a> damit,
  33. dass der IT-Staatsvertrag Marktstandards fordere. Bereits im April <a href="https://blogs.fsfe.org/mk/?p=508">kritisierte die FSFE diese Formulierung und bat die Bundes-CIO um eine
  34. Klarstellung</a>. Rogall-Grothe zeigt mit ihrer Aussage: Der Begriff
  35. „Marktstandards" rechtfertigt keineswegs den Einsatz proprietärer
  36. Standards in Behörden!
  37. </p>
  38. <p>„Offene Standards in der öffentlichen Verwaltung sind der Schlüssel zur
  39. IT-Souveränität", begrüßt Karsten Gerloff, Präsident der Free Software
  40. Foundation Europe, die Äußerungen von Rogall-Grothe. „Sie stellen
  41. sicher, dass es unser Staat und seine Bürger sind, die letztlich die
  42. Kontrolle über unsere IT-Infrastruktur haben".</p>
  43. <p>Mit der im Mai veröffentlichten Digitalen Agenda setzt auch die
  44. Europäische Kommission zunehmend auf Offene Standards, auch wenn immer
  45. wieder Rückschritte drohen. Die FSFE fordert Rogall-Grothe nun dazu auf,
  46. Deutschlands Einfluss in Europa geltend zu machen und dafür zu sorgen,
  47. dass die <a href="/freesoftware/standards/eifv2.html">neue Version des European Interoperability Framework (EIF)</a>
  48. eine starke Definition Offener Standards enthält.
  49. </p>
  50. <p>Um ein <a href="/freesoftware/standards/def.html">Offener Standard</a> zu sein, müssen
  51. Formate oder Protokolle die folgenden "AEIOU"-Kriterien erfüllen:</p>
  52. <ul>
  53. <li><strong>a</strong>ufbauend auf anderen Offenen Standards,</li>
  54. <li><strong>e</strong>xistieren in mehreren Umsetzungen</li>
  55. <li><strong>i</strong>mplementierbar ohne rechtliche oder technische Hindernisse</li>
  56. <li><strong>o</strong>ffengelegt und daher für alle verfügbar</li>
  57. <li><strong>u</strong>nabhängig von einem einzelnen Unternehmen</li>
  58. </ul>
  59. <br/>
  60. </body>
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  63. </tags>
  64. </html>
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